Preisverleihung im Toscanasaal (v.l.): Unipräsident Alfred Forchel, Roland Baumhauer, Anja Scholten und Bernhard Edler von Lapp, Vorsitzender des AHSC Würzburg. (Foto: Verband Alter Corpsstudenten)

Preisverleihung im Toscanasaal (v.l.): Unipräsident Alfred Forchel, Roland Baumhauer, Anja Scholten und Bernhard Edler von Lapp, Vorsitzender des AHSC Würzburg. (Foto: Verband Alter Corpsstudenten)

Anja Scholten vom Institut für Geographie und Geologie der Uni Würzburg hat für ihre Doktorarbeit den mit 2500 Euro dotierten Rektor-Max-Meyer-Preis erhalten. Mit diesem Preis zeichnen corpsstudentische Organisationen Arbeiten aus, die sich auf wissenschaftliche Weise mit dem Thema Wasser befassen.

„Massenguttransport auf dem Rhein vor dem Hintergrund des Klimawandels – eine Untersuchung der Auswirkungen von Niedrigwasser auf die Binnenschifffahrt und die verladende Wirtschaft“: So lautet der Titel der Arbeit, die Anja Scholten am Institut für Geographie und Geologie der Universität Würzburg verfasst hat. Betreut wurde sie dabei von ihrem Doktorvater Professor Roland Baumhauer.

Scholten hat in ihrer Dissertation untersucht, welche Veränderungen der Pegel des Rheins über Jahre hinweg durchläuft, inwieweit der Klimawandel dafür verantwortlich ist und welche Konsequenzen sich daraus für die Binnenschifffahrt ergeben. So war beispielsweise ein extremes Niedrigwasser des Rheins im Jahr 2003 dafür verantwortlich, dass größere Schiffe und sogenannte Doppelhüllentanker auf einigen Abschnitten nicht mehr fahren konnten. Was zur Folge hatte, dass etlichen Unternehmen die Rohstoffe auszugehen drohten – wie etwa dem Frankfurter Flughafen, auf dem der Kersosinvorrat nur noch wenige Tage reichte, als der Pegel wieder stieg.

Scholtens Arbeit deckt diese Zusammenhänge auf, analysiert konkrete Auswirkungen des Klimawandels und liefert eine ganze Reihe neuer Fragen, an denen in Zukunft geforscht werden sollte. Schließlich stellen Klimawandel und die zu erwartenden Veränderungen im Güterverkehr und in der Binnenschifffahrt jeweils für sich alleine betrachtet schon eine Herausforderung für den Gütertransport auf dem Rhein dar. „Die Kombination aller drei Entwicklungen vergrößert diese Herausforderung und verdeutlicht, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, um Einschränkungen beim Gütertransport auf dem Rhein zu vermeiden“, sagt Roland Baumhauer.

Der Rektor-Max-Meyer-Preis

Für ihre Arbeit hat Anja Scholten jetzt den erstmals vergebenen Rektor-Max-Meyer-Preis erhalten. Gestiftet wurde der Preis durch den AHSC Würzburg, den örtlichen Zusammenschluss der in Würzburg wohnenden Alten Herren studentischer Corps, und von fünf in Würzburg ansässigen aktiven Corps (Bavaria, Franconia, Makaria-Guestphalia, Moenania und Nassovia) sowie durch individuelle Spenden einzelner Corpsstudenten. „Ziel des Preises ist es, durch Förderung der wissenschaftlichen Bearbeitung des Themas Wasser einen Beitrag zur Erhaltung der menschlichen Lebensgrundlagen zu leisten“, heißt es in der Beschreibung.

Warum Wasser? „Wasser ist eine wichtige Lebensgrundlage des Menschen. Es ist zwar auf der Erde in unverändert großer Menge verfügbar, aber nicht an allen Orten in ausreichendem Maße“, sagte Professor Ulrich Ante, Lehrbeauftragter in der Humangeographie und Alter Herr des Corps Rheno-Guestphalia Münster. Wasser werde somit zum „Engpassfaktor mit hoher gesellschaftlicher und politischer Konfliktträchtigkeit“.

Weiterhin erlaube das Thema „Wasser“ einen sehr breiten und differenzierten fachlichen, disziplinären, literarischen und sogar künstlerischen Zugang, so Ante. Dies böte die Möglichkeit, den Preis für alle Fakultäten der Universität zu öffnen. Denn eine „größtmögliche Offenheit und Toleranz“ solle diesen Preis ausmachen. Dies sei ganz im Sinne vom Max Meyer, der bereits zu seiner Zeit für einen Gedankenaustausch zwischen den Fakultäten plädiert habe.

Max Meyer: Corpsstudent und Medizinprofessor

Der Preis wurde benannt nach dem jüdischen Medizin-Professor Max Meyer (Corps Suevia-Straßburg zu Marburg, Corps Bavaria Würzburg), der sofort nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs aus dem Exil nach Würzburg zurückgekehrt war und sich in den späten 1940er- und frühen 1950er-Jahren beim Aufbau von Stadt und Universität sowie beim Wiederaufleben der studentischen Corps große Verdienste erworben hatte. Von 1951 bis 1953 war er Rektor der Universität Würzburg gewesen, danach Prorektor. Im Jahre 1954 war er an den Folgen eines Verkehrsunfalls gestorben und unter großer Anteilnahme der Würzburger Bevölkerung und der Studentenschaft zu Grabe getragen worden.

Quelle: Universität Würzburg