Am 31.07.2013 veröffentlichte die Autorin Ruth Hirschel folgenden Artikel in der OTZ Ostthüringer Zeitung:

Gegenüber dem Jenaer Paradiesbahnhof befindet sich die „Sachsenburg“. Hier residiert das Corps Saxonia Jena. In den Farben dunkelblau-hellblau-weiß leuchtet die Vereinsfahne der Studentenverbindung. Um diese ging es in einem Strafverfahren beim Schöffengericht im Amtsgericht Jena.

Angeklagt waren zwei Männer im Alter von 23 und 25 Jahren. Die Staatsanwaltschaft legte ihnen zur Last, in der Nacht zum 20. Juni 2011 die Saxonia-Vereinsfahne entwendet und einen sich in den Weg stellenden Zeugen geschlagen und getreten zu haben.

Angeklagt waren zwei Männer im Alter von 23 und 25 Jahren. Die Staatsanwaltschaft legte ihnen zur Last, in der Nacht zum 20. Juni 2011 die Saxonia-Vereinsfahne entwendet und einen sich in den Weg stellenden Zeugen geschlagen und getreten zu haben.

Jena. Angeklagt waren zwei Männer im Alter von 23 und 25 Jahren. Die Staatsanwaltschaft legte ihnen zur Last, in der Nacht zum 20. Juni 2011 die Saxonia-Vereinsfahne entwendet und einen sich in den Weg stellenden Zeugen geschlagen und getreten zu haben. Bei einer später erfolgten Kontrolle durch die Polizei hätten Peter F. und Jochen P. (Namen geändert) die Beamten beleidigt und getreten.

Zunächst machten die Angeklagten keine Angaben, so dass der Vorsitzende Richter Frank Hovemann den ersten Zeugen vernahm. Der jetzt 24-jährige Jurastudent sagte, er habe damals im Verbindungshaus gewohnt. Gegen drei Uhr nachts sei er wach geworden und vor die Tür getreten. Den Diebstahl der Fahne habe er nicht gesehen, aber etwas Unrechtes vermutet und deshalb einen der Täter am Rucksack gepackt; der andere und eine Frau seien davon gerannt. Der Mann, den er festhielt, habe ihn in die Magengegend geschlagen und getreten, sich losgerissen und gedroht: „Ich bringe dich um, wenn du mich verfolgst.“ So sei er nicht hinterher gelaufen, sondern habe die Polizei informiert.

Angeklagte waren erheblich alkoholisiert

Diese wurde dann in der Johannisstraße fündig. Bei der Identitätsfeststellung beleidigten Peter F. und Jochen P. die Polizisten, schlugen und traten um sich, so dass sie fixiert werden mussten. Der Blutalkoholwert ergab bei Peter F. 1,96 und bei Jochen P. 2,13 Promille. Im Rucksack von Peter F. fanden die Beamten die Fahne.

Richter Hovemann führte mit den prozessbeteiligten Juristen eine Verfahrensabsprache, in der eine Strafobergrenze zugesichert wurde, falls sich die Angeklagten geständig einließen.

So gab Jochen P. zu, das Gebäude des Corps Saxonia bestiegen, die Fahne abgenommen und heruntergeworfen zu haben. Mit dieser Aussage entlastete er seinen Kumpel Peter F., so dass gegen diesen der Vorwurf des räuberischen Diebstahls fallen gelassen wurde.

Das Gericht verurteilte den mit vier Vorstrafen bereits belasteten Peter F. wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte zu sechs Monaten Haft, ausgesetzt zu drei Jahren Bewährung. Gegen Jochen P. wurde wegen Diebstahl und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte eine Geldstrafe von 750 Euro verhängt.

Quelle: Ostthüringer Zeitung