Die Saarbrücker Zeitung veröffentlichte in ihrer Ausgabe Nr. 245 am Freitag, 21. Oktober 2011, folgenden Artikel des Autors “ her “ über den Autor Dr. Philipp W. Fabry Hassiae Gießen zu Mainz, sp. Thuringiae Jena.

Neues Buch beschreibt Bartholomäus Koßmanns Zeit als REgierungskommissar

Nach dem Ersten Weltkrieg war das Saargebiet von 1920 bis 1934 ein vom Genfer Völkerbund verwaltetes Staatsgebilde. Einer der verantwortlichen Regierungskommissare war der Eppelborner Bartholomäus Koßmann.

Eppelborn. Bartholomäus Koßmann, katholisch geprägter Bergmann in der Grube Camphausen, Gewerkschafter und Reichstagsabgeordneter, hat sich als Regierungskommissar des „Saargebiets“ in der Zeit zwischen 1920 und 1934 für seine Heimatregion politisch eingesetzt. Ein neues Buch beschreibt nun erstmals speziell diesen Lebensabschnitt des Eppelborners, der von 1883 bis 1952 lebte. Der Leser wird in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bis zum Beginn des Nationalsozialismus geführt: Deutschland hat den Krieg verloren und wird im „Versailler Vertrag“ zu Reparationszahlungen an die Siegermächte verpflichtet. Das so genannte Saargebiet existiert zu industriellen Reparationsabgaben als staatenähnliches Konstrukt unter der Kontrolle des Genfer Völkerbundes, dem Vorläufer der heutigen Vereinten Nationen (UNO). Fünf Regierungskommissare wachen über die Zone, einer von ihnen war Koßmann. Er befasste sich mit Fragen der Sozialversicherungen.

Am Mittwochabend wurde das Werk im Kongresszentrum „big Eppel“ durch den Autor Philipp W. Fabry vorgestellt. Der Philologe und Historiker, Verfasser zahlreicher Bücher zur Zeitgeschichte und zur saarländischen Wirtschaftsgeschichte sprach vor etwa 100 geladenen Gästen der Eppelborner KoßmannStiftung. „Koßmann verstand sich, anders als seine auch aus dem Saargebiet stammenden Vorgänger, in erster Linie als Sachwalter der hier lebenden Bevölkerung“, beschreibt Fabry den Politiker. Allerdings geriet Koßmann in den letzten Jahren des Völkerbundregimes zunehmend in Konflikte, als Hitlers Nationalsozialisten begannen, nach der Macht zu greifen, ergänzt Fabry.

Das Grußwort Peter Müllers (CDU), SaarMinisterpräsident außer Dienst, geriet zu einem engagierten Plädoyer: „Das Buch besticht durch seine nüchterne, dichte Schreibweise. Es ist harte Arbeit, es zu lesen.“ Es werde ein Bild gezeichnet, das Koßmann als „europäischen Visionär“ beschreibt, der sich selbst treu geblieben und seinen politischen Weg gegangen sei.

Das Buch gliedert sich in sechs chronologische Kapitel und einen umfangreichen Anhang mit Quellen und Literaturverzeichnis. Im Jahr 2002 war eine erste Biografie von Reinhold Bost über Bartholomäus Koßmann erschienen.