Am 27.06.2011 war ein Artikel über das Corps Frankonia Prag zu Saarbrücken in der Saarbrücker Zeitung zu lesen:

In Saarbrücken wurde das Corps Frankonia erst 1954 gegründet. Trotzdem feierten die Mitglieder den 150. Geburtstag der Verbindung und berufen sich dabei auf die Gründung der Stiftung der Landsmannschaft Polytechnia am 1. März 1861 in Prag.

Christian Schrader, Vorsitzender des Altherrenverbandes des Corps Frankonia. Foto: Becker&Bredel

Christian Schrader, Vorsitzender des Altherrenverbandes des Corps Frankonia. Foto: Becker&Bredel

Saarbrücken. Mit einem Festakt im Rathausfestsaal hat die Studentenverbindung Corps Frankonia Prag zu Saarbrücken am Samstag ihr 150-jähriges Bestehen gefeiert. Eigentlich gilt das Jahr 1862 als Gründungsjahr des Studentencorps, die Verbindung beruft sich jedoch auf die Stiftung der Landsmannschaft Polytechnia am 1. März 1861 an der Deutschen Technischen Hochschule zu Prag. 1862 sei die Umbenennung erfolgt.

In Saarbrücken wurde die Verbindung erst 1954 gegründet, wie viele Frankonia-Corps in weiteren Universitätsstädten. Denn die Nationalsozialisten hatten das Corps suspendiert.

Heinrich Klein erläutert: „Frankonia hat die Überführung in die NS-Studentenbünde abgelehnt, weil es sich nicht von seinen jüdischen Brüdern trennen wollte.“ Das Toleranzprinzip, sich jeder politischer Stellungnahme zu enthalten, sei auch heute wichtig. Eine Ausgrenzung von möglichen Mitgliedern auf Grund von Hautfarbe, Nationalität, Religion oder Parteizugehörigkeit sei ausgeschlossen.

Nur die SPD habe lange einen Unvereinbarkeitsbeschluss in ihren Statuten aufrechterhalten, merkt Klein an. Allerdings hätten schon immer Sozialdemokraten der Verbindung angehört. Mit Gerhard Jahn, einem Bundesminister in der Willy-Brandt-Ära, hätten Klein und seine Corpsbrüder die Aufhebung dieser Klausel erwirken können.

Wenn es um die Bologna-Beschlüsse geht, nach denen Deutschland sein Diplom-System aufgeben und die international gültigen Studiengänge Bachelor und Master einführen musste, ist es bei den Corpsbrüdern mit der Zurückhaltung vorbei. Festredner Philipp W. Fabry war enttäuscht: „Wenn ich das richtig sehe, ist bei diesem Festakt kein Vertreter der Universität des Saarlandes vertreten?“ Dafür waren aber „Füchse“, so heißen im Corps die Studenten in den ersten beiden Semestern, ehe sie zu Aktiven werden, anwesend: Reinhold Becker-Bergemann und Adalbert Kunschat. Dem Corps gehören 100 alte Herren, 25 Aktive und Inaktive an, Aktivensenior ist Christian Henrich. al

Quelle: Saarbrücker Zeitung