Der VAC Verband Alter Corpsstudenten veröffentlichte heute auf seiner Facebook-Seite folgendes:

Neujahrsempfang des Verbandes Alter Corpsstudenten (VAC) 2014

copyright by VAC

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Der Verband Alter Corpsstudenten (VAC) e.V., der Altherrenverband der ältesten Studentenverbindungen in Mitteleuropa, der Kösener Corps, hat im Rahmen seines Neujahrsempfangs am 11. Januar 2014 im Frankfurter Grand Hotel Hessischer Hof betont, dass die Traditionen und die Kultur der studentischen Corps auch im 21. Jahrhundert ein wertvolles Gut seien, das den aktiven Studenten durch den Kontakt mit ihren Alten Herren einen wichtigen Vorsprung im Studium und im Berufsleben verschafften. Davon profitierten auch die Universitäten und Hochschulen.

Alexander Hartung, Erster Vorsitzender des Vorstandes, sagte, dass die Corps in ihrer 200jährigen Geschichte einen riesigen Erfahrungsschatz angesammelt hätten, der sie befähige, studentisch-akademische Gemeinschaften wirkungsvoll zu gestalten: „Wir wissen, wie man einen jungen Mann in wenigen Semestern so begeistert, dass er jahrzehntelang enthusiastisch von diesen Erlebnissen schwärmt und sich sein Leben lang seinem Corps verbunden fühlt.“

Zweigleisiges Konzept: Äußerlichkeiten und innere Werte

In den Corps werde, so Hartung, diese lange Erfahrung kontinuierlich weitergegeben, ständig im Alltag überprüft und durch demokratischen Beschluss, also durch den Konsens aller Beteiligten, ständig neu festgelegt. Die Umsetzung erläuterte Hartung anhand eines zweigleisigen Konzeptes: „Wir setzen bei der Weitergabe unserer Tradition stark auch auf Äußerlichkeiten, um an innere Erlebnisse anzuknüpfen – schließlich sind Traditionen auch in ihren jeweiligen Ausdrucksformen gelebte Erfahrungen.“

Die Äußerlichkeiten, die für den Transport innerer Werte zum Einsatz kämen, seien beispielsweise die vielfältigen Identitätssymbole der Corpsstudenten, wie das Couleur, die besonderen Veranstaltungsformen wie „Kneipe“ und „Kommers“ und die Gremien für demokratische Entscheidungsfindung, also die verschiedenen Formen der „Convente“. Diese Äußerlichkeiten seien aus gutem Grund oftmals unbequem.

Vermittlung eines Wertekanons

Gerade aus diesem Grund zeigen sie laut Hartung eine große Wirkung: „Bei dem einzelnen Corpsstudenten führen sie zur Annahme unseres Wertekanons, in dem Mut und Respekt, Selbstbeherrschung und gegenseitige Achtung, Aufrichtigkeit und Vertrauen in die eigene Gestaltungskraft, Führungswille und Pflichtbewusstsein, Freundschaft und Geselligkeit, intellektueller Austausch und sicheres gesellschaftliches Auftreten sowie insbesondere Offenheit gegenüber Neuem und Toleranz gegenüber Unbekanntem die maßgeblichen Rollen spielen.“ Und selbst wenn sich manche Ausdrucksformen im Laufe der Jahrzehnte geändert hätten, so sei der Inhalt der tradierten Regeln im Kern doch gleich geblieben.

Hartung wies weiterhin darauf hin, dass die ersten Corps-Konstitutionen im gleichen Jahrzehnt formuliert worden seien, in dem Wilhelm von Humboldt sein Konzept für die Reform des preußischen Bildungswesens und die Gründung der Berliner Universität entwickelt habe. Das Humboldtsche Bildungsideal gelte international als Basis für die großen wissenschaftlichen Erfolge des 19. Jahrhunderts. Die Corps hätten diesen Geist aufgesogen und atmeten ihn bis heute.

Sachwissen ist nicht genug

Während sich viele Studiengänge heute nach der Bologna-Reform auf die Vermittlung des beruflich erforderlichen Sachwissens beschränkten, lernten Corpsstudenten in ihrer Aktivität die Dinge, die sie im Beruf besonders nach ihrer ersten Beförderung brauchten: „Überzeugungskraft, Durchsetzungsfähigkeit, Motivationsstärke, die Fähigkeit, Teams zu führen und Menschen für gemeinsame Ideen zu begeistern“. Hier hätten die Corps ihre Kernkompetenz.

Hartung betonte, dass auch die Hochschulen von dieser Vermittlung wichtiger Fähigkeiten profitieren könnten: „Der Universitätsbetrieb erhält durch uns Studenten, die nicht nur Soft Skills zur Gestaltung von Gemeinschaften verinnerlicht haben, sondern auch auf die Berufserfahrung ihrer Alten Herren zurückgreifen können.“

Hartung versprach für die nächsten Jahrzehnte: „Wir werden die Zukunft des Corpsstudententums sichern, also nicht nur verteidigen, sondern aktiv gestalten und nach vorn entwickeln.“ Die Position der Corps im 21. Jahrhundert orientiere sich weiterhin an der traditionellen Linie: „Gesellschaftspolitisch in der Mitte, in der Entwicklung vorne, in der Verantwortung oben!“

Über die Corps

Der Verband Alter Corpsstudenten (VAC) e.V., repräsentiert über 13.000 Akademiker in der ganzen Welt. Er ist der Altherrenverband des Kösener Senioren-Convents-Verbands (KSCV).

Der KSCV ist der Dachverband von derzeit 102 aktiven studentischen Corps an 40 Hochschulorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit rund 2.000 Studenten. Ein aktives Corps des KSCV ist in Frankfurt am Main ansässig.

Corps sind eine besondere Form von Studentenverbindung in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie im Baltikum und in Belgien, die rund 200 Jahre alt ist und damit älter als andere Formen von Studentenverbindungen. Studenten schließen sich in Corps zusammen, um ihr Studium gemeinsam zu gestalten, um zusammen zu feiern, und lebenslange Freundschaften zu schließen. Corps sind weder politisch noch konfessionell gebunden. Auch Nationalität oder Herkunft spielen als Aufnahmekriterium keine Rolle. Was zählt, sind die Persönlichkeit, der Charakter und die Tatkraft des jungen Studenten. Auf dieser Basis entstehen Freundschaften, die ein Corps ausmachen.

Die Corps sehen sich als Studentenverbindung und als Akademikerverband. Nach dem Studium treten die Corpsstudenten in den Altherrenverband ihres Corps ein und unterstützen die jungen Mitglieder durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und persönliche Ratschläge, übernehmen aber auch eine Vorbild-Funktion. Corpsstudenten sind gehalten, ein gutes Examen abzulegen, und sind bereit, überdurchschnittliche Leistungen in Wirtschaft, Staat und Gesellschaft zu erbringen.

Weitere Informationen: http://www.die-corps.de

Quelle: Facebook-Seite des VAC Verband Alter Corpsstudenten