Autor Mathias Bethke veröffentlichte auf dem Portal urbanite.net folgenden Beitrag:

Der Tradition verpflichtet

Manchem Studenten sind sie sicherlich schon aufgefallen: Sie tragen anachronistisch anmutende Kostüme, ein mehrfarbiges Bändchen um den Oberkörper, eine Kappe auf dem Kopf und sind berühmt-berüchtigt für ihren Bierkonsum. Die Rede ist von Verbindungsstudenten, gemeinhin – fälschlicherweise – Burschenschaftler genannt.

urbanite sprach mit Vertretern der aktiven Verbindungen in Magdeburg – der KDStV Norbertina, Prata Schleusingen, dem Corps Alemannia-Thuringia und der Damenverbindung AV Editha.

Die AV Editha sticht als einzige Damenverbindung in Magdeburg hervor. Mitglied kann jede Studentin der FH oder der Uni werden, ohne religiöse oder ähnliche Einschränkungen. Seit drei Jahren sind die insgesamt fünf Mitglieder in der Landeshauptstadt aktiv und unterstützen sich gegenseitig beim Studium und auch darüber hinaus. Und dies beschreibt das Lebensbundprinzip: Während des Studiums und darüber hinaus ist man nicht einfach nur miteinander befreundet. Nein, man möchte als Verbindungsstudent/in auch noch nach dem Studium mit der Hochschule, den dortigen Studenten und der Stadt in Verbindung bleiben.

Dieses Prinzip spielt auch bei der katholischen deutschen Studentenverbindung Norbertina (KDStV) eine große Rolle. In dieser seit 1994 in Magdeburg existierenden Verbindung können nur katholische und männliche Studierende Mitglied werden. Den knapp 20 studentischen Mitgliedern stehen dort etwa 100 sog. „Alte Herren“, sprich: ehemalige KDStV-Studenten, gegenüber. Diese Alten Herren helfen den derzeitigen Studenten mit Rat und Tat und praktizieren so eine Art umgekehrten Generationenvertrag.

Das Wappen der Verbindung

Das Wappen der Verbindung

Das Corps Alemannia-Thuringia hebt sich von den anderen Magdeburger Verbindungen dadurch ab, dass die Mitglieder dort als einzige den akademischen Fechtsport praktizieren und über ein eigenes Haus verfügen. Dies dient nicht nur als Wohngelegenheit für die Mitglieder, sondern bietet ruhige Arbeitsplätze zum gemeinsamen Studieren sowie die Möglichkeit zum Feiern.

Als richtige Burschenschaft gilt Prata Schleusingen. Sie ist 1901 gegründet worden und gründete sich bereits kurz nach der Wiedervereinigung neu. Seitdem gestalten die Mitglieder gemeinsam ein vielfältiges Semesterprogramm mit Kneipenabenden, Skatturnieren, sportlichen Aktivitäten, gemeinsamem Singen, kulturellen Exkursionen oder traditionellen burschenschaftlichen Abenden. Zu einem Großteil der Veranstaltungen sind auch Nichtmitglieder herzlich eingeladen.

Generell sind viele Veranstaltungen der Magdeburger Studentenverbindungen auch Nichtmitgliedern zugänglich, so dass sich jeder selbst über die Verbindungen und deren Brauchtum informieren kann.

So kann ein Jeder selbst entscheiden, ob es in Zeiten von XING, StudiVZ und anderen moderneren Netzwerken überhaupt noch Studentenverbindungen bedarf.

Quelle: urbanite.net