Am 10. August 2010 berichtet die Journalistin Claudia Geimer in der Rhein-Zeitung folgendes:

DanielSaftig

Schlagender Erfolg - Der Scheuerfelder Daniel Saftig ist Präsident eines der größten Dachverbände studentischer Verbindungen. Als Sprecher repräsentiert er ein Jahr lang rund 10 000 Mitglieder des „Weinheimer Senioren Convents“. Der Münchner Student der Rechtswissenschaften ist seit dem Jahr 2005 Mitglied der schlagenden Verbindung „Normannia Vandalia“.

Ein junger Mann aus Scheuerfeld steht an der Spitze einer der größten Dachverbände studentischer Verbindungen. Er heißt Daniel Saftig und studiert Jura in München.

Scheuerfeld. Viel Zeit zum Studium in München bleibt Daniel Saftig aus Scheuerfeld nicht. In den nächsten Monaten wird der 26-Jährige viel unterwegs sein. Denn der Jurastudent ist seit kurzem Präsident (Vorortsprecher) einer der ältesten und größten Dachverbände studentischer Verbindungen in Deutschland, des „Weinheimer Senioren Convents“.

Der Scheuerfelder repräsentiert in diesem Amt ein Jahr lang circa 60 Verbindungen mit bundesweit rund 10.000 Mitgliedern, das heißt Aktive und Alte Herren. Bei Feierlichkeiten an den Universitäten trägt Saftig dann neben einem dunklen Anzug und Krawatte Mütze und Schärpe in den Farben Grün-Rot-Gold. Sie stehen für seine Verbindung in München, dem Korps Normannia-Vandalia.

Probezeit als „Fuchs“

Seit 2005 studiert Daniel in der bayerischen Hauptstadt Jura an der Ludwig-Maximilian-Universität. Beim Surfen im Internet stieß er auf die studentische Verbindung Normannia-Vandalia. Neugierig geworden, machte er einen „Vorstellungstermin“ aus und wurde als „Fuchs“ angenommen. „Das ist eine Probezeit, in der beiden Seiten schauen, ob man zueinander passt“, erzählt er. In diesen zwei Jahren wurde Daniel auch in einem intensiven Training auf seine erste Mensur vorbereitet. Denn bei Normannia-Vandalia handelt es sich um eine schlagende Verbindung.

Da die Korps bei einer Mensur unter sich bleiben, ist sie für einen Laien nur schwer nachzuvollziehen. „Es ist ein Element des Zusammenhalts“, sagt Daniel. Das „Duell“ Mann gegen Mann wird mit einer Waffe, im Fachjargon „Schläger“ genannt, ausgeführt.

Der Scheuerfelder bezeichnet es auch als akademisches Fechten – bewegt wird nur der Arm, nicht der Körper. Dabei sind die Probanden mit Kettenhemd, Handschuhen und Brille vor den Hieben des Gegenüber geschützt. Auf einen „Schmiss“, eine sichtbare Narbe im Gesicht, legen die Verbindungsstudenten von heute keinen Wert mehr, betont der angehende Jurist.

Vorurteilen vorbeugen

Der Scheuerfelder weiß, dass viele Leute studentischen Verbindungen eher zurückhaltend begegnen. Kein Wunder also, dass seine Verbindung auf ihrer Internetseite ungefragt bereits Vorurteilen vorbeugt. „Korps sind politisch völlig neutral und nicht konfessionell gebunden, wir sind gegen Gewalt und verachten jeglichen Radikalismus“, ist dort nachzulesen und: „Wir haben auch Mitglieder ausländischer Herkunft.“ Und wie sieht es mit der Mitgliedschaft von Frauen aus? „Natürlich nicht“, antwortet Daniel schnell und entwaffnend ehrlich. Für ihn und die übrigen Korpsburschen – Normannia-Vandalia zählt aktuell 28 Aktive – stellt sich diese Frage nicht. Frauen, betont er, seien gern gesehene Gäste bei Bällen und sonstigen öffentlichen Veranstaltungen. Finanziell getragen werden die studentischen Verbindungen von den Ehemaligen, den Alten Herren. Von Seilschaften möchte Daniel nicht sprechen, räumt aber ein, dass Verbindungen während oder nach dem Studium nicht schaden: „Manche Tür öffnet sich ein bisschen leichter.“ Der Student aus Scheuerfeld steht voll und ganz hinter seinem Korps, fühlt sich wohl, schätzt das Ambiente dieser besonderen Gemeinschaft: „Es ist ein Lebensbund“.

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Quelle: Rhein-Zeitung

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