In der Badischen Zeitung erschien folgender Artikel am 9.05.2012 abgedruckt:

Das Corps Rhenania spendet für die Universität: Kurator Walter Wever, Uni-Rektor Hans-Jochen Schiewer und Christian Tilse, Vorsitzender des Vereins Alter Freiburger Rhenanen (von links). Foto: Thomas Kunz

Das Corps Rhenania spendet für die Universität: Kurator Walter Wever, Uni-Rektor Hans-Jochen Schiewer und Christian Tilse, Vorsitzender des Vereins Alter Freiburger Rhenanen (von links). Foto: Thomas Kunz

Das Corps Rhenania, Freiburgs älteste Studentenverbindung, feierte sein 200. Stiftungsfest, der Kaisersaal im Histo­rischen Kaufhaus war voll besetzt. So viel Rhenanen waren gekommen, dass alle, die keinen Platz mehr fanden, den Festakt per „Public Viewing“ nebenan am Monitor im Kaminzimmer verfolgen mussten. Zum Gratulieren war auch Hans-Jochen Schiewer, der Rektor der Albert-Ludwigs-Universität, gekommen. Er blickte auf die Geschichte des Corps und auch auf dessen Bildungsstiftung, die nicht nur Mitgliedern, son­dern allen Studentinnen und Studenten offenstehe. Dass sich Alumni, also ehe­malig Studierende, für ihre Universität engagieren, sei in „höchstem Maße vorbildlich und wegweisend“, so Schie­wer. Er bekam einen Scheck über 15.600 Euro, mit dem über das Projekt „Stay“ eine jure Wissenschaftlerin gefördert wird. „Es steht uns als reinem Männer­corps gut an, wenn wir eine Wissen­schaftlerin fördern“, meinte Walther Wever, erster Kurator der Bildungsstiftung. Christian Tilse, Vorsitzender des Vereins Alte Freiburger Rhenanen, hatte die Gäste begrüßt und einen klei­nen Abriss der Geschichte der Verbindung gegeben. 350 Mitglieder zählt die Rhenania heute und ist damit das Corps mit den meisten Mitgliedern im Kösener Senioren-Convents-Verband, dem äl­testen Dachverband deutscher Studen­tenverbindungen. Tilse erwähnte auch die Zeit des Nationalsozialismus, die das Corps vor eine Zerreißprobe gestellt habe: Er gedachte der Rhenanen, die das Corps wegen ihrer Herkunft damals verlassen mussten.

Mit Blick auf die Zukunft meinte der Vorsitzende, die Rhenanen sollten die Idee der Gründungsväter hochhalten, ohne krampfhaft an allen alten Prinzipien festzuhalten. Stadtrat Daniel Sander überbrachte die Geburtstagsgrüße der Stadt Freiburg „Sie sind alle immer noch Teil dieser Stadt und Botschafter Frei­burgs“, meinte er. Für den Festvortrag konnte das Corps Professor Wolfgang Ischinger gewinnen, dessen Bruder Rhenane ist. Ischinger war einst Botschafter in Washington und London und amtiert heute als Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz. Der Diplomat erläuterte in seinem kurzen aber sehr prägnanten Vortrag die welt­politischen Machtverschiebungen. Sein Fazit: Die Welt stehe an einer Zeiten­wende und vor tiefgreifenden macht­politischen, demografischen, wirtschaft­lichen und energiepolitischen Verän­derungen. Auch wenn die Europäische Union im Moment schwächele: Nur als Einheit könne Europa die Herausforderungen meistern. lschinger zeigte sich optimistisch: Das Modell Europa werde aus der derzeitigen Krise am Ende gestärkt hervorgehen.

Quelle: Badische Zeitung