Im Frankfurter Stadtboten vom 07.11.2016 erschien folgender Beitrag:

Corpsstudenten in Frankfurt übernehmen für ein Jahr Leitung des Korporationsverbandes

Frankfurt (hk) Zur Geschichte der Frankfurter Studentenbewegung gehört das Schlesische „Kränzchen“. Gegründet wurde es 1787 und die Mitglieder trafen sich damals in ihrem Stammlokal „In drei Kronen“, dass es heute nicht mehr gibt. Dieser Tradition fühlen sich die Corpsstudenten in Frankfurt (Oder), die dem Corps Silesia-Breslau angehören, jedoch verbunden. Am Sonnabend übernahmen sie von den Corpsstudenten in Frankfurt am Main den „Vorort“, wie der Vorsitz des studentischen Kooperationsverbandes traditionell genannt wird. Dazu waren 150 Gäste aus verschiedenen Ländern Europas angereist.

Frank Muchow – für ein Jahr neuer „Vorort- Sprecher“ – betonte, dass sich die Chorstudenten zur Freundschaft zu den Nachbarn und politischer Neutralität bekennen. Richard Hückel vom Verband der Alten Corpsstudenten hob  dabei insbesondere den internationalen Auftrag der Europa-Universität Viadrina hervor: „Hier wird ein grenzübergreifende Europa sowohl in der Gesellschaft als auch an den Hochschulen gelebt.“ Auch die studentischen Corps würden zunehmend internationaler. Es gebe inzwischen assoziierte Corps in Belgien und Lettland und aktive Corps in Deutschland, Österreich, Ungarn und der Schweiz. Die Corps seien heute Teil der globalisierten akademischen Welt. Frankfurt (Oder) sei der ideale Ort, das herauszustellen.

Grußworte bei der Festveranstaltung im Collegium Polonicum in Slubice überbrachten Viadrina-Präsident Alexander Wöll und Oberbürgermeister Martin Wilke (parteilos). Alexander Wöll zeigte sich offen für historische Wurzeln der studentischen Bewegung. „Die Versöhnung und Zusammenarbeit mit Polen ist ein herausragender Pfeiler der Arbeit der Viadrina“, betonte er. Dazu gehöre das Ziel, in den nächsten fünf Jahren gemeinsam mit dem Collegium Polonicum eine neue internationale Fakultät zu schaffen. 20 Professoren sollen dann hier vor allem in Englisch lehren und forschen. Die polnische Regierung unterstütze diese Gründung mit viel Initiative.

OB Martin Wilke hob auch das unternehmerische Engagement von Mitgliedern des studentischen Corps hervor.  So gehörten Mitglieder des Corps auch zu den Gründern des erfolgreichen Frankfurter Unternehmens „Wirkaufens“. Dass die Frankfurter Corpsstudenten eine Partnerschaft mit der hiesigen Brauerei pflegten, freue ihn auch. Denn dieses Unternehmen verkörpere selbst eine etwa 500 Jahre alte Brauerei-Tradition am Standort.

Quelle: Frankfurter Stadtbote