Am 24.01.2004 veröffentlicht die Berliner Zeitung folgenden Artikel des Autors Christina Bylow:

Berliner Zeitung: „In dieser Zeit traten Sie einer Studentenverbindung bei, dem Corps Suevia. War das eine schlagende Verbindung?“

Prinz Asserate: „Ja. Ich selber habe zwar nicht geschlagen, aber es war alles natürlich etwas ganz Neues, Unerwartetes für mich. Aber ich muss Ihnen sagen, ich bin sehr stolz, diesem Corps anzugehören. Ich habe dort wunderbare Menschen getroffen. Eine sehr enge Freundschaft verbindet mich mit ihnen über Jahrzehnte. Dieses Corps hat zu den wenigen deutschen Corps gehört, die die jüdischen Corpsbrüder nicht ausgeschlossen haben und deshalb schließen mussten. Unter unseren Corpsbrüdern waren Menschen wie Ulrich von Hassel, die das Naziregime bekämpften, in der Widerstandsgruppe des 20. Juli involviert waren, die von der Diktatur umgebracht wurden; und dieser Geist war noch spürbar. Deshalb ist dieses Corps nicht, wie Sie sich das möglicherweise vorstellen, eine reaktionäre Institution, sondern ein Corps mit einer großen liberalen Vergangenheit und mit einem liberalen Grundsatz.“

Berliner Zeitung: „Als Corpsstudent erlebten Sie auch einmal einen Auftritt Gudrun Ensslins – der späteren RAF-Terroristin.“

Prinz Asserate „Das werde ich nie vergessen. Die schöne junge Frau stand vor einer riesigen Menge und wollte eine Rede halten. Aber man ließ sie nicht zu Wort kommen. Es wurde „Ausziehen, ausziehen!“ gegrölt. Und zu meiner Verblüffung und Beschämung hat sie das dann einfach auch getan. Es hat mich sehr beeindruckt, dass eine Frau so weit geht, um letzten Endes einem politischen Punkt Nachdruck zu verleihen, und zwar mit einer großen Würde. Der Horde von schreienden Menschen zu zeigen: Wenn das das Einzige ist, worauf es euch ankommt, dann will ich euch nicht enttäuschen.“

Quelle: Berliner Zeitung

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