Am 15.06.2013 berichtete die Neue Westfälische:

Corpsverbindungen pflegen Austausch in der Husenmühle

Thomas Oermann

Thomas Oermann

Hüllhorst (NW). Als Motto hatten sie ein Zitat von Friedrich Schiller gewählt. Mit „Wer zählt die Völker, nennt die Namen, die gastlich hier zusammenkamen?“ aus dem Gedicht „Die Kraniche des Ibykus“ war der Frühschoppen des AHSC überschrieben.

Mehr als 20 Angehörige des Alte-Herren-Senioren-Convents (AHSC), einer Vereinigung des Mitglieder der studentischen Corpsverbindungen nach dem akademischen Abschluss, fanden sich in der Hüllhorster Husenmühle ein. Eingeladen vom Vorsitzenden und Juristen Thomas Oermann, kamen zahlreiche Corpsstudenten, Gäste und deren Familien aus Nah und Fern. Den weitesten Weg hatte die Lebensgefährtin des Vorsitzenden aus dem österreichischen Weinviertel auf sich genommen.

Nach der offiziellen Begrüßung ließ Oermann kurz die Geschichte und die Ausrichtung des AHSC sowie der Corps Revue passieren. So wies er darauf hin, dass die beiden Corpsdachverbände (Kösener Senioren-Convents-Verband und Weinheimer Senioren-Convent) die ältesten Verbindungen in Österreich und Deutschland in ihren Reihen hätten.

Zeit für Gespräche: Die Anwesenden tauschten sich über Kultur und Politik aus.

Zeit für Gespräche: Die Anwesenden tauschten sich über Kultur und Politik aus.

So gehört auch die wohl älteste Verbindung mit kontinuierlicher Geschichte, Corps Guestphalia Halle/Saale von 1789, dem Kösener Verband an. Seit ihrer Gründung bekennen sich alle Corps zum Toleranzprinzip. Das heißt, dass die Mitglieder der Corps einen nach innen gekehrten Freundschaftsbund bilden und nicht – im Gegensatz zu den meisten anderen verbindungsstudentischen Dachverbänden – von ihren Corpsbrüdern ein politisches oder religiöses Bekenntnis verlangen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass neben dem Reichskanzler Bismarck und dem letzten deutschen Kaiser Wilhelm II. auch Karl Marx, Wilhelm Liebknecht (Mitbegründer der SPD) und der Arbeiterbischof Wilhelm Emmanuel Freiherr von Ketteler Corpsverbindungen angehörten.

Nach der offiziellen Eröffnung war der Tag vom Vormittag bis zum späten Nachmittag geprägt von Gesprächen zwischen junger und älterer Generation. Während die Jüngsten (der Kleinste war fünf Jahre) draußen tollten, tauschten sich – wgen des kühlen Westters in der Geststätte und nicht im Biergarten – die Erwachsenen (der Älteste war 86 Jahre alt) über Kultur, Kunst oder Politik aus. Der Husenmühlenfrühschoppen des AHSC habe sich nach dessen Rekonstitution 2006 zu einer erfolgreichen Veranstaltung entwickelt, sagte der Vorsitzende.

Quelle: Neue Westfälische