Am 2. Dezember 2013 veröffentlichte der Autor CJP folgenden Artikel über die Verleihung des 1. Rektor-May-Meyer-Preises in Würzburg:

Verleihung: (v.l.n.r.) Prof. Dr. Alfred Forchel, Präsident der Universität Würzburg, Prof. Dr. Roland Baumhauer, Doktorvater der Preisträgerin, Dekan Philosophische Fakultät I und Lehrstuhlinhaber Lehrstuhl I – Physische Geographie, Preisträgerin Dr. Anja Scholten, Bernhard Edler von Lapp, Corps Danubia Graz, Corps Nassovia Würzburg, Vorsitzender des AHSC Würzburg – Foto:

Verleihung: (v.l.n.r.) Prof. Dr. Alfred Forchel, Präsident der Universität Würzburg, Prof. Dr. Roland Baumhauer, Doktorvater der Preisträgerin, Dekan Philosophische Fakultät I und Lehrstuhlinhaber Lehrstuhl I – Physische Geographie, Preisträgerin Dr. Anja Scholten, Bernhard Edler von Lapp, Corps Danubia Graz, Corps Nassovia Würzburg, Vorsitzender des AHSC Würzburg – Foto:

Die Würzburger Wissenschaftlerin Dr. Anja Scholten vom Institut für Geographie und Geologie der Universität ist für eine herausragende wissenschaftliche Arbeit zum Thema „Wasser“ am 29. November 2013 bei einer Feierstunde in der Würzburger Residenz mit dem erstmals verliehenen Rektor-Max-Meyer-Preis geehrt worden.

2.500 € Preisgeld

Das Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro erhielt sie für ihre Dissertation „Auswirkungen von Niedrigwasser und Klimawandel auf die verladende Wirtschaft, Binnenschifffahrt und Häfen des Rheines“, die sie am Institut für Geographie und Geologie der Universität Würzburg, betreut durch ihren Doktorvater Prof. Dr. Roland Baumhauer, verfasst hat.

Klimawandel und Schifffahrt im Rhein

Diese Dissertation untersucht die Verfügbarkeit von Wasser für die Binnenschifffahrt auf dem Rhein und die durch den Klimawandel verursachten Schwankungen. In den letzten Jahren auftretende Niedrigwasserphasen haben gezeigt, dass die Einstellung der Binnenschifffahrt bei der Industrie zu Versorgungsengpässen mit Massengütern kommen kann.

Würzburg Corps stifteten den Preis

Gestiftet wurde der Preis durch den AHSC Würzburg, den örtlichen Zusammenschluss der in Würzburg wohnenden Alten Herren studentischer Corps, und fünf in Würzburg ansässigen aktiven Corps (Bavaria, Franconia, Makaria-Guestphalia, Moenania und Nassovia) sowie durch individuelle Spenden einzelner Corpsstudenten. Ziel des Preises ist es, durch Förderung der wissenschaftlichen Bearbeitung des Themas Wasser einen Beitrag zur Erhaltung der menschlichen Lebensgrundlagen zu leisten.

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Max Meyer: Corpsstudent und Medizinprofessor

Der Preis wurde benannt nach dem jüdischen Medizin-Professor Max Meyer (Corps Suevia-Straßburg zu Marburg, Corps Bavaria Würzburg), der sofort nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs aus dem Exil nach Würzburg zurückgekehrt war und sich in den späten 1940er und frühen 1950er Jahren beim Aufbau von Stadt und Universität sowie beim Wiederaufleben der studentischen Corps große Verdienste erworben hatte. Von 1951 bis 1953 war er Rektor der Universität Würzburg gewesen, danach Prorektor. Im Jahre 1954 war er an den Folgen eines Verkehrsunfalls gestorben und unter großer Anteilnahme der Würzburger Bevölkerung und der Studentenschaft zu Grabe getragen worden.

Prof. Dr. Ulrich Ante, Alter Herr des Corps Rheno-Guestphalia Münster, schilderte in seiner Rede, wie bei den in Würzburg ansässigen Alten Herren verschiedener studentischer Corps, zusammengeschlossen im AHSC Würzburg, vor einigen Jahren der Gedanke reifte, die Beziehungen zur Würzburger Universität zu vertiefen und die Leistungen des wissenschaftlichen Nachwuchses zu fördern. Dieser Idee schlossen sich auch in Würzburg ansässige aktive Corps an.

Wichtige Lebensgrundlage: Wasser

Ante betonte die Bedeutung des Themas „Wasser“. Wasser sei eine wichtige Lebensgrundlage des Menschen. Es sei zwar auf der Erde in unverändert großer Menge verfügbar, aber nicht an allen Orten in ausreichendem Maße. Wasser werde somit zum Engpassfaktor mit hoher gesellschaftlicher und politischer Konfliktträchtigkeit.

Weiterhin, so Ante, erlaube das Thema „Wasser“ einen sehr breiten und differenzierten fachlichen, disziplinären, literarischen und sogar künstlerischen Zugang. Dies böte die Möglichkeit, den Preis für alle Fakultäten der Universität zu öffnen. Denn eine größtmögliche Offenheit und Toleranz solle diesen Preis ausmachen. Dies sei ganz im Sinne vom Max Meyer, der bereits zu seiner Zeit für einen Gedankenaustausch zwischen den Fakultäten plädiert habe.

Toleranz und Humanität

Zur Würdigung von Max Meyer sagte Ante: „Wenn wir als Würzburger Corps und Würzburger AHSC heute den Rektor-Max-Meyer-Preis erstmals verleihen, dann tun wir dies bewusst und gerne in Erinnerung an einen Hochschullehrer, der in den schwierigen Jahren des Neubeginns akademischen Lebens in Deutschland hier in Würzburg auf der Grundlage einer von ihm selbst in eigenen Studentenjahren erfahrenen, dann auch selbst vorgelebten und immer wieder angemahnten und ermunterten Toleranz nachhaltige Impulse hat setzen können.“

Zahlreiche Grußworte und Teilnehmer/innen

Grußworte während der Veranstaltung sprachen:

  • Prof. Dr. Alfred Forchel, Präsident der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
  • Alexander Hartung, Vorsitzender des Verbandes Alter Corpsstudenten (VAC) e.V., Corps Hubertia Freiburg, Corps Hasso-Nassovia Marburg, Corps Suevia Freiburg, Corps Tigurinia Zürich, Corps Symposion Wien

Weitere Teilnehmer an der Veranstaltung waren:

  • Prof. Dr. Barbara Sponholz, Vizepräsidentin der Universität
  • Dr. Uwe Klug, Kanzler der Universität
  • Prof. Dr. Dirk Kiesewetter, Prodekan Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
  • Prof. Dr. Roland Baumhauer, Doktorvater der Preisträgerin, Dekan Philosophische Fakultät I und Lehrstuhlinhaber Lehrstuhl I – Physische Geographie
  • Prof. Dr. Matthias Stickler, Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Hochschulkunde,
  • Alexander Bagus, Studentischer Senator
  • Dr. Josef Schuster, Präsident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinde in Bayern

Dem Gremium für die Vergabe des Rektor-Max-Meyer-Preises gehörten an:

  • Prof. Dr. Ulrich Ante, Corps Rheno-Guestphalia Münster,
  • Prof. Dr. Jobst Böning, Corps Saxonia Jena, Corps Saxonia Bonn
  • Notar a.D. Jürgen Kirchner, Corps Makaria-Guestphalia Würzburg
  • Dr. Manfred Muhl, Corps Nassovia Würzburg
  • Bernhard Edler von Lapp, Corps Danubia Graz, Corps Nassovia Würzburg

Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung von Schülerinnen des Matthias-Grünewald-Gymnasiums, Würzburg.

Der Kösener Senioren Convents Verband

Der Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV) ist der Dachverband von derzeit 102 aktiven studentischen Corps an 40 Hochschulorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit rund 2.100 Studenten. Sechs aktive Corps des KSCV sind in Würzburg ansässig. Der Altherrenverband, der Verband Alter Corpsstudenten (VAC) e.V., repräsentiert über 13.000 Akademiker in der ganzen Welt.

Corps sind eine besondere Form von Studentenverbindung in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie im Baltikum und in Belgien, die über 200 Jahre alt ist und damit älter als alle anderen Formen von Studentenverbindungen. Studenten schließen sich in Corps zusammen, um ihr Studium gemeinsam zu gestalten, um zusammen zu feiern und ein Netzwerk lebenslanger Freundschaften aufzubauen.

Corps sind politisch neutral und folgen dem Toleranzprinzip. Das heißt, dass Nationalität, Herkunft, Religion und Studienfach kein Kriterium bei der Aufnahme neuer Mitglieder darstellen. Auch beeinflussen die Corps ihre Mitglieder nicht hinsichtlich ihrer politischen, religiösen oder wissenschaftlichen Ausrichtung. Im Mittelpunkt des Corpslebens stehen die Verbindung der Mitglieder in lebenslanger Freundschaft, die Ausbildung von Charakter sowie die Stärkung von Persönlichkeit und Tatkraft.

Corpsstudenten tragen Farben („Couleur“) als Erkennungszeichen und pflegen die Tradition des studentischen Fechtens, die Bestimmungs-Mensur. Weitere Informationen unter www.die-corps.de

Quelle: WuerzburgErleben.de