Am 21. März 2011 berichtete die Landeszeitung für die Lüneburger Heide über den 90. Geburtstag des AHSC Lüneburg folgendes:

Die Organisatoren der Tagung Markus Wilson Zivilling (I.) und Sebastian Horwitz begrüßen Prof. Edzard Schmidt-Jortzig (r,). Er sprach über den „Erwerb und Verlust von Doktortiteln". Foto be

Die Organisatoren der Tagung Markus Wilson Zivilling (I.) und Sebastian Horwitz begrüßen Prof. Edzard Schmidt-Jortzig (r,). Er sprach über den „Erwerb und Verlust von Doktortiteln". Foto be

ca Lüneburg. Als Edzard Schmidt-Jortzig [Corps Hansea Bonn] im Jahr 2008 die Doktorarbeit von Karl- Theodor zu Guttenberg in der Hand hielt, hatte der inzwi­schen emeritierte Kieler Jura ­Professor kein gutes Gefühl: „Ich habe nur die Einleitung gelesen und den Kopf geschüt­telt, wie kann sich ein Mensch so aufblasen?“ Schmidt-Jortzig, war unter Kanzler Helmut Kohl von 1996 bis 1998 Bundesjustizminister. Am Wochenende war er bei den Alten Herren der studentischen Corps- Verbindung AHSC Lüneburg zu Gast, die in der „Krone“ ihr 90-jäh­riges Bestehen feierte.

Zur Güte der Arbeit könne er nichts sagen, erklärte Schmidt-Jortzig (FDP) in Gespräch mit der LZ. Selbstverständlich habe Guttenberg nach dem aufgedeckten Betrug als Verteidigungsminister zurücktreten müssen: „Egal ob er eine oder zwanzig Seiten kopiert hat.“ Das sei eine Frage der Ehre.

Die Corps, die sich als überparteilich bezeichnet, treten für Tugenden wie Leistungsbereitschaft, Verantwortung der Gesellschaft und Toleranz ein, Guttenberg habe gegen diese Werte verstoßen. Schmidt-Jortzig, der am Lüneburger Johaneum sein Abitur machte, sagte: „Im akademischen Bereich geht es um mehr Sein als Schein. Das erfordert Zurückhaltung.“ Die sei aber nicht Sache des CSU Politikers gewesen. Dass viele an Guttenberg festhalten wollten, erklärte sich Schmidt-Jortzig mit einer „Hetzjagd“ auf Guttenberg, nicht alle seien fair mit dem Bayern angegangen.

Das Thema verliere sich an­gesichts der Krisen in Japan und Libyen. Und betritt Guttenberg die politische Bühne bald wieder? der 69-Jährige antwortete: „Wäre ich sein lmageberater würde ich ihm sagen: ,Schlag’s dir aus dem Kopf, bekomme Boden unter die Fuße, und dann. schau‘ weiter.’“

Quelle: Landeszeitung für die Lüneburger Heide