Die Corpsstudenten feierten den 100. Geburtstag der Wachenburg und 150 Jahre Weinheimer Senioren-Convent. Foto: Kreutzer

Die Corpsstudenten feierten den 100. Geburtstag der Wachenburg und 150 Jahre Weinheimer Senioren-Convent. Foto: Kreutzer

Am 13.05.2013 veröffentlichte der Redakteur Philipp Weber in der Rhein-Neckar-Zeitung folgenden Aritkel:

Weinheim. Weinheim hat eine weitere „Studenteninvasion“ überstanden: Mit einem Frühschoppen auf der Wachenburg ging gestern die Tagung des studentischen Korporationsverbands Weinheimer Senioren-Convent (WSC) zu Ende. Höhepunkt der Jubiläumstagung, in deren Verlauf der WSC sein 150-jähriges Bestehen feierte, war der traditionell feucht-fröhliche Fackelzug von der Kuppe des Wachenbergs in die Altstadt.

Der Zug mit nach Veranstalterangaben rund 700 Teilnehmern endete am späten Samstagabend vor dem Alten Rathaus. Dort nahm der Karlsruher Student und derzeitige WSC-Sprecher, Tim Neff, den „Großen Zapfenstreich“ vor. Oberbürgermeister Heiner Bernhard dankte den Corps für ihre Verbundenheit zur Stadt. Auch Weinheims Gastronomie profitiert in nicht unerheblichem Maße von den Feierlichkeiten mit Besuchern aus ganz Deutschland.

Bereits an Christi Himmelfahrt hatte Bernhard die Studentenvertreter im großen Saal des Weinheimer Rathauses empfangen. Am gleichen Tag wurde im Stadtmuseum die Sonderausstellung „150 Jahre Seniorenconvent“ eröffnet. Den 100. Geburtstag der Wachenburg begingen die WSC-Mitglieder ebenfalls am Donnerstag – mit einem „Großen Galaabend mit Damen“. Die Wachenburg wurde 1913 fertiggestellt, der Weinheimer Verband Alter Corpsstudenten hatte sie zwischen 1907 und 1913 errichten lassen. Die Anlage auf der Kuppe des Weinheimer Hausbergs gilt als einzige „Studentenburg“ der Welt. Im zurückliegenden Jahr wurde sie saniert, die neue Gastronomin heißt Juliane Wasser. Sie betreute lange Jahre das Heidelberger Palais Prinz Carl.

Der WSC ist Dachverband von 58 Studentencorps mit 1400 Mitgliedern aus 23 Universitätsstädten. Die Mehrheit der durchweg männlichen Corpsstudenten strebt Ingenieurberufe an. Besonders stolz sind die Mitglieder auf die bis zu 200-jährige Geschichte ihrer – größtenteils schlagenden – Verbindungen. Diese sind zum Teil älter als die Burschenschaften, mit denen man unter keinen Umständen verwechselt werden will.

Auch einige Weinheimer ließen sich den Fackelzug nicht entgehen: „Einmal im Jahr ist so etwas vertretbar – und es freut mich, dass die Burg renoviert wurde“, meinte etwa Constanze Noack (19). Hans-Peter Huber (49) und seine acht Jahre junge Tochter Veronika waren aus Lützelsachsen gekommen. „Solange die Kinder jünger sind, finden sie das beeindruckend“, meinte der dreifache Familienvater, selbst ehemaliger Heidelberger Verbindungsstudent. Er war aber noch vor dem Ende seines Studiums ausgetreten.

Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung