Ebenfalls am 11.06.2011 war im Naumburger Tageblatt folgender Beitrag von Herrn Michael Heise zu lesen:

CORPSSTUDENTEN Das Treffen in Bad Kösen findet nach einer Abweichung im letzten Jahr wieder traditionell zu Pfingsten statt. Totengedenken und Auszeichnungen.

BAD KÖSEN/SAALECK – Die Kösener Corpsstudenten sind in diesem Jahr zur traditionellen Regelung zurückgekehrt und haben ihr Treffen – anders als 2010 – wieder auf das Pfingstwochenende beziehungsweise die Tage davor verschoben. Die Vereinigungen des Kösener Senioren-Covents-Verbandes und des Verbandes Alter Corpsstudenten reagierten damit auf die geschrumpfte Teilnehmerzahl im letzten Jahr. Sie lag mit 800 Personen aus 100 Corps [Korrektur der Redaktion, im Original des Beitrages war „Chors“ so geschrieben] unter den Erwartungen. Die befürchtete Kollision mit der heute beginnenden Saale-Weinmeile aber dürfte ausbleiben, da das Treffen mit dem gestrigen Höhepunkt, dem „Kösener Festkommers“ im „Mutigen Ritter„, endete und heute die Abreise ansteht.

Gegen billigen Zeitgeist

Traditionell würdigen die Verbände mit einer Ehrung am Löwendenkmal vor der Rudelsburg jene Corpsstudenten, die im Ersten Weltkrieg ums Leben gekommen sind. Das Denkmal ist 1926 errichtet und nach der Wende restauriert worden. Seitdem dient es auch der Erinnerung an die im Zweiten Weltkrieg Gefallenen. Festredner und Vorortsprecher Andreas Möller aus Graz bezeichnete das Totengedenken als einen „unabdingbaren Grundpfeiler corpsstudentischen Selbstverständnisses“. Zugleich bedauerte er, dass heroisches Denken in unseren Tagen falsch interpretiert oder belächelt werde. „Dabei ist der ein Held, der sich gegen den billigen Zeitgeist stellt“, wobei er die Corpsstudenten ausdrücklich einschloss. Sie stünden für ihre Gemeinschaft und Ideale. Mölzer: „Die Corpsstudenten zeigen Bekennermut“. Mit einer Minute des Schweigens und einer Kranzniederlegung endete das Totengedenken. Jedes Jahr lässt sich der Stifterverein Alter Corpsstudenten die Würdigung ausgezeichneter Studienergebnisse etwas kosten: pro Person 4 000 Euro. Und diesmal kommen gleich sieben Corpsstudenten in den Genuss jener Summe. Damit verbunden ist die Verleihung der Klinggräff-Medaille.

Bislang 126 Ausgezeichnete

Sie passiert zwar vorab bereits in Weinheim, doch ist die Vorstellung der Preisträger stets Bestandteil des Treffens in Bad Kösen und auf der Rudelsburg. Die Preisträger kommen diesmal aus den Corps Marchia Greifswald /Irminsul Hamburg, Rheno-Palatia München, Albertina Hamburg /Hasso-Borussia Freiburg, Rhenania Tübingen, Guestphalia Bonn, Budissa Leipzig zu Passau und Cisaria München / Vandalia-Teutonia Berlin. Die Auszeichnung soll besondere akademische Leistungen und beispielhaften Einsatz im corpsstudentischen Leben würdigen. Bislang wurden somit 126 Corpsstudenten ausgezeichnet und 380.000 Euro für die sen Zweck verwendet.

Forschungspreis ausgelobt

Da der Stifterverein nunmehr 25 Jahre besteht, hat er aus diesem Anlass einen zusätzlichen Forschungspreis mit einer Dotierung von 2.500 Euro ausgelobt. Er geht an zwei Corpsstudenten von Saxonia Hannover und Normannia Vandalia München. Das Geld darf als Zuschuss für Arbeiten in den Bereichen Medizin und Technologiemanagement verstanden werden.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung