Die Rhein-Neckar-Zeitung titelte am 18.05.2010 „Corps Suevia feiert 200-jähriges Bestehen — Haben Studenten künftig zu wenig Zeit?“

Von Kathrin Frank

Weiter berichtete die Rhein-Neckar-Zeitung: „Beim Thema Frauen muss der Jurastudent Jan Axel Möller grinsen. Einiges habe sich geändert im Lauf der Zeit, sagt der 23-Jährige. ‚Aber Mädchen dürfen hier nicht übernachten.‘ Hier — damit meint er das Haus des Corps Suevia in der Klingenteichstraße 4, die vielen Räume mit hohen Stuckdecken und dunkler Holzvertäfelung an der Wand. Seit mehr als 100 Jahren schlafen, essen, leben und lernen hier die aktiven Mitglieder der Verbindung, der auch Oberbürgermeister Eckart Würzner angehört. Zurzeit schmückt ein weißes Transparent die Fassade des Hauses, denn das Corps feiert im Sommer sein 200-jähriges Bestehen. Damit kann es für sich in Anspruch nehmen, die älteste Verbindung der Stadt zu sein.“

Des Weiteren hielt die Rhein-Neckar-Zeitung fest: „Etwa 250 so genannte Alte Herren und sechs Aktive zählt die Verbindung. Mit einem Stiftungsfest im Juni wollen alle zusammen das Jubiläum begehen. Der Heidelberger Rechtsanwalt Dietrich Bahls ist mit der Organisation beauftragt. Er kennt sich in der Geschichte des Corps aus und berichtet von der Gründung am 27. März 1810. Schon damals, sagt er, sei der Dreiklang aus schwarz, gelb und weiß die Farbkombination von Suevia gewesen. Die übernahmen die Gründungsmitglieder von der Vorgängerorganisation, einer Landsmannschaft, unter deren Mitgliedern sich zahlreiche Schwaben befanden — der Grund, weshalb sich die Verbindungsmitglieder heute noch als Heidelberger Schwaben bezeichnen.

Als Stammlokal des Corps gilt seit jeher der Weiße Schwan in der Hauptstraße. ‚Auch bevor wir 1905 in das Verbindungshaus gezogen sind, gab es schon ein reges Gemeinschaftsleben‘, sagt Bahls. Dass sich die Schwaben heute zu gemeinsamen Feiern in ihrem eigenen Gebäude treffen können, hat auch mit einem ehemaligen Braumeister des Weißen Schwans zu tun. Der lagerte sein Bier auf dem Grund in der Klingenteichstraße 4. Ende des 19. Jahrhunderts kaufte das Corps das Grundstück und errichtete das heutige Gebäude.“

Die Rhein-Neckar-Zeitung warf dann die Frage „Wie sieht die Zukunft aus?“ auf.

Und hielt weiter fest: „Seither bewohnen die aktiven Mitglieder das Haus. Als das Corps 1935 aufgelöst wurde, zog für einige Jahre die KamAradschaft Axel Schaffeld ein, eine Studentenvereinigung, die zwar nicht dem NS-Studentenbund entsprach, aber von den Nationalsozialisten anerkannt war, wie Carl-Alexander Dinges, einer der Ak tiven, zu berichten weiß. Ein Neuanfang für Suevia war erst 1951 möglich.

Von einem Markstein der Verbindungsgeschichte spricht Bahls, wenn es um das Jahr 1970 geht. Schon seit einiger Zeit sei damals überlegt worden, was anstelle der Mensuren als Zugangsvoraussetzung etabliert werden könnte. Ein gewisser Harald von Schmude hatte einen Fallschirmsprung vorgeschlagen, stürzte allerdings bei seinem Versuch tödlich ab. Seither wird wieder gefochten — und zwar täglich. ‚Ich habe schon darüber nachgedacht, wie es wäre, mit einer Narbe im Gesicht rumzulaufen‘, sagt Carl- Alexander Dinges. Aber die Gefahr sei gering, es gebe andere Trefferflächen als früher und seit zehn Jahren sei bei den Schwaben nichts mehr passiert.“

Zur Zukunft hielt die Rhein-Neckar-Zeitung dann fest: „Ganz andere Probleme befürchtet Bahls für die nächsten Jahre: ‚Dass Verbindungen durch Strukturveränderungen an der Uni nicht mehr bestehen könnten.‘ Für immer mehr Kurse gelte an der Universität Anwesenheitspflicht. Da könne es schwerer werden, das tägliche Fechttraining und ein gemeinsames Abendessen, wie es bei den Schwaben Sitte ist, mit dem Studium zu vereinbaren. Auf dem Stiftungsfest soll deshalb in diesem Jahr Uni-Rektor Bernhard Eitel einen Vortrag halten, bei dem es auch um die Zukunft der Verbindungen gehen wird.“

Quelle:  http://www.rnz.de/

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.