Otto Bauer (Mitte), Corps Montania Clausthal, leitet als 1. Vorortsprecher den corpsstudentischen Dachverband Weinheimer SC. Ihm stehen zur Seite Sebastian Rehberg (rechts) vom Corps Borussia und Philipp Klein (links) vom Corps Hercynia.

Otto Bauer (Mitte), Corps Montania Clausthal, leitet als 1. Vorortsprecher den corpsstudentischen Dachverband Weinheimer SC. Ihm stehen zur Seite Sebastian Rehberg (rechts) vom Corps Borussia und Philipp Klein (links) vom Corps Hercynia.

Der deutschlandweit vertretene studentische Korporationsverband Weinheimer Senioren Convent (WSC) wird ein Jahr lang von Clausthal aus geleitet. Von Juli 2009 bis Juli 2010 haben die drei Corps Montania, Borussia und Hercynia der Technischen Universität Clausthal den Vorsitz („Vorort“) inne. Damit präsidieren die Clausthaler Studenten in einem Verband von 57 Corps an 23 Hochschulorten mit rund 1.200 Studenten. Dahinter steht ein Altherrenverband (WVAC), dem rund 8.000 Akademiker angehören.

Höhepunkt des Jahres wird die Weinheimtagung des WSC sein, die vom 13. bis zum 16. Mai 2010 in Weinheim an der Bergstraße auf der verbandseigenen Wachenburg stattfinden wird. Hier werden die Clausthaler Studenten die Leitung der Veranstaltung innehaben.

Das Präsidium der Vorortsprecher

Die höchste Verantwortung trägt der Clausthaler Chemiestudent Otto Bauer vom Corps Montania in seiner Funktion als 1. Vorortsprecher. Ihm stehen zwei weitere Clausthaler Kommilitonen hilfreich zur Seite. So fungiert als 2. Vorortsprecher Sebastian Rehberg vom Corps Borussia, der in Clausthal Betriebswirtschaftslehre studiert. Die Position des 3. Vorortsprechers wird besetzt von Philipp Klein, Mitglied des Corps Hercynia und Student des Maschinenbaus.

Die drei Corps sind im SC zu Clausthal zusammengeschlossen, der im Jahre 1868 gegründet wurde und im Jahre 1874 dem Dachverband WSC beitrat. Im WSC sind hauptsächlich die Corps an den ursprünglich technischen und anderen – zumindest früher – fachgebundenen Hochschulen in Deutschland (zum Beispiel für Bergbau, Tiermedizin, Pharmazie und Landwirtschaft) zusammengeschlossen.

Über 200 Jahre Erfahrung

Corps sind eine besondere Form von Studentenverbindung in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie im Baltikum und in Belgien, die über 200 Jahre alt ist und damit älter als alle anderen Formen von Studentenverbindungen. Studenten schließen sich in Corps zusammen, um ihr Studium gemeinsam zu gestalten, um zusammen zu feiern und ein Netzwerk lebenslanger Freundschaften aufzubauen.

Corps sind politisch neutral und folgen dem Toleranzprinzip. Das heißt, dass Nationalität, Herkunft, Religion, die Ableistung von Wehr- oder Zivildienst, aber auch das Studienfach kein Kriterium bei der Aufnahme neuer Mitglieder darstellen. Auch beeinflussen die Corps ihre Mitglieder nicht hinsichtlich ihrer politischen, religiösen oder wissenschaftlichen Ausrichtung. Im Mittelpunkt des Corpslebens stehen die Verbindung der Mitglieder in lebenslanger Freundschaft, die Ausbildung von Charakter sowie die Stärkung von Persönlichkeit und Tatkraft.

Corpsstudenten tragen Farben („Couleur“) als Erkennungszeichen und pflegen die Tradition des studentischen Fechtens, die Bestimmungs-Mensur.

Netzwerke im Akademikerverband

Die Corps sehen sich als Studentenverbindung und als Akademikerverband. Nach dem Studium treten die Corpsstudenten in den Altherrenverband ihres Corps ein und unterstützen die jungen Mitglieder durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und persönliche Ratschläge, übernehmen aber auch eine Vorbild-Funktion. Corpsstudenten sind gehalten, ein gutes Examen abzulegen, und sind bereit, überdurchschnittliche Leistungen in Wirtschaft, Staat und Gesellschaft zu erbringen.

Quelle: Hallo Harz

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