Am 4.05.2011 war in der Mitteldeutschen Zeitung folgender Artikel von KERSTIN BEIER zu lesen:

Der 73-jährige Jürgen Weitkamp, Hassiae Gießen zu Mainz, Rotarier aus Lübbecke, vor seinem «Baby», der Melanchthon-Figur am Carl-Ritter-Haus. (FOTO: DETLEF ANDERS)

„Immer wenn ich nach Quedlinburg komme, geht mir das Herz auf.“ Jürgen Weitkamp [Hassiae Gießen zu Mainz], promovierter Zahnarzt im westfälischen Lübbecke und Rotarier aus Leidenschaft, hat die Entwicklung der Welterbestadt seit der Wende verfolgt und freut sich über jeden Fortschritt. Jetzt hatte er wieder Gelegenheit zu einem Besuch. Denn die Rotarier in Quedlinburg würdigten ihr 20-jähriges Bestehen in den Mauern der alten Kaiserstadt.

Jürgen Weitkamp darf sich mit Recht als Geburtshelfer der Rotarier in ostdeutschen Landen verstehen, und natürlich war das jüngste Treffen zwischen Ost und West Gelegenheit, 20 Jahre in die Vergangenheit zu blicken und sich an die Anfänge zu erinnern. Das Land war noch nicht wiedervereinigt, es war im Januar 1990, als sich Jürgen Weitkamp an seinen älteren Corpsbruder aus der Mainzer Studentenverbindung [Corps Hassia Gießen zu Mainz] erinnerte und Kontakt mit diesem aufnahm. Dieser Corpsbruder war der damals schon über 80-jährige und in Quedlinburg sehr bekannte Dermatologe und Obermedizinalrat Peter Schleiff [Hassiae Gießen zu Mainz, sp. Thuringiae Jena]. Mit der Idee der Lübbecker, auch in Quedlinburg einen Rotary-Club zu gründen, stieß Weitkamp bei dem pensionierten Quedlinburger Mediziner auf Zustimmung, ja Begeisterung. Und da Peter Schleiff, der kürzlich seinen 100. Geburtstag feiern konnte, ein Mann der Tat ist, organisierte er flugs das erste Treffen samt Unterkunft der Gäste aus dem 250 Kilometer entfernten Lübbecke. Das erste Treffen mit 30 potentiell interessierten Existenzgründern ist noch geprägt von Befangenheit und Skepsis. Die Lübbecker vermitteln möglichen Neu-Unternehmen kompetente Gesprächspartner, geben Empfehlungen, beantworten Fragen, kennen die richtigen Adressen und Fachleute. Das Vertrauen wächst, die Beziehungen festigen sich. Nach einiger Zeit sind es die Quedlinburger selbst, die den Aufbau des Rotary-Clubs in ihrer Stadt vorantreiben und die Ideen der weltweiten caritativen Vereinigung verbreiten. Inzwischen ist Weitkamp zum Gründungsbeauftragten für Quedlinburg ernannt worden. Erster Präsident wird der promovierte Mediziner Uwe Klein, daneben gehören Günter Schlotter, Bernd Feicke und Ernst-Ulrich Jürgens zum Vorstand, Peter Schleiff wird Ehrenpräsident. Am 2. Februar 1991 schließlich wird die Gründung beschlossen, mit der Charterfeier am 8. Juni werden die Quedlinburger Rotarier feierlich in die weltweite Gemeinschaft Gleichgesinnter aufgenommen.

Dass zur Jubiläumsfeier 20 Jahre später in der Blasiikirche die von Ernst-Ulrich Jürgens gespielte Röver-Orgel so schön und voll erklingen kann, wird Jürgen Weitkamp besonders gefreut haben. Denn das Geld für die dringend notwendige Generalüberholung stammt von ihm – aus einem Spendenaufruf aus Anlass seines 60. Geburtstages. Zehn Jahre später hat er sich der Wiederherstellung der zerstörten Melanchthon-Figur vor dem Carl-Ritter-Haus verschrieben und bat erfolgreich um Spenden. Am 31. Oktober 2008 konnte er gemeinsam mit Quedlinburger Rotariern das fertige Werk enthüllen.

Quelle: http://www.mz-web.de/

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