Nach heftigsten Reaktionen in der Öffentlichkeit auf einen Artikel bei Spiegel Online von Anfang dieser Woche über die Deutschen Burschenschaften befasste sich der Deutschlandfunk am 17.06.2011 um 8:10 Uhr in einem Radiointerview mit der bekannten Politikwissenschaftlerin Alexandra Kurth mit dem Thema:

Heinemann [Redakteur]: Wir müssen aber jetzt zur Ehrenrettung sagen: Diese Deutsche Burschenschaft, das ist ein Dachverband, und es gibt viele andere, in denen wiederum andere Studentenverbindungen organisiert sind. Nicht jede Studentenverbindung ist per se irgendwie extremistisch, rechtsradikal, konservativ oder sonst was.

Kurth: Nein! Nein, damit würde man den anderen sehr, sehr Unrecht tun, wenn man das behaupten würde. Die Deutsche Burschenschaft ist ein Verband, sie ist ein großer Verband. Aber es gibt eine ganze Reihe von anderen Verbänden, die nicht rechtsextrem sind. Von den Verbänden hört man manchmal sehr, sehr wenig, manche äußern sich sehr klar, zum Beispiel die Neue Deutsche Burschenschaft, eine Abspaltung der Deutschen Burschenschaft, die sich jetzt dieses Wochenende hier in Gießen zu ihrem Burschentag trifft und die heute eine Presseerklärung vorgelegt hat, wo sie sich ganz klar distanziert von der Deutschen Burschenschaft und dem Rechtsextremismus in der Deutschen Burschenschaft. Das würde man sich von noch mehr Verbänden wünschen. Die Corps haben das auch gemacht, sehr, sehr klar. Viele andere Verbände halten sich bedeckt und geraten dadurch ein Stück weit mit in diese Kritik, weil man sie im Prinzip nicht als eigenständig wahrnimmt.

Alexandra Kurth ist Politikwissenschaftlerin an der Uni Gießen und Autorin des Buches „Männer – Bünde – Rituale. Studentenverbindungen seit 1800“.

Quelle: Deutschlandfunk