Am 20.06.2011 war als Reaktion auf die Veröffentlichungen der letzten Woche in den Weinheimer Nachrichten / Odenwälder Zeitung folgendes zu lesen:

Jedes Jahr an Christi Himmelfahrt treffen sich die Corpsstudenten des WVAC und des WSC zur Weinheim-Tagung. Bild: Archiv der Zeitung

Jedes Jahr an Christi Himmelfahrt treffen sich die Corpsstudenten des WVAC und des WSC zur Weinheim-Tagung. Bild: Archiv der Zeitung

Weinheim. Vergangene Woche machte eine Studentenverbindung aus Bonn Negativschlagzeilen. Sie hatte den Antrag gestellt, dass die Mannheimer „Burschenschaft Hansea“ aus ihrem Dachverband „Deutsche Burschenschaft“ fliegen solle, weil sie einen Studenten mit chinesischen Wurzeln aufgenommen hatte. Kritiker sprachen von einem „Ariernachweis“ (wir berichteten).

Eigentlich hätte über den Antrag der Bonner Studentenverbindung beim „Burschentag“ in Eisenach abgestimmt werden sollen. Doch der Antrag wurde noch vor der Verhandlung zurückgezogen, berichtet „Spiegel online“ und zitiert Burschen-Sprecher Michael Schmidt: „Dieser Antrag wäre nicht satzungsgemäß gewesen.“

Angesichts der neu aufgeflammten Debatte über rechtsradikale Tendenzen in Studentenverbindungen bat unsere Zeitung die Weinheimer Corpsstudenten um eine Stellungnahme. Albrecht Fehling, Sprecher des Weinheimer Verbands Alter Corpsstudenten (WVAC) und des Weinheimer Senioren-Convents (WSC), ging in seiner Antwort deutlich auf Distanz zu den Burschenschaften. Unter der Überschrift „Corps und Burschenschaften – Unterschiede wie Tag und Nacht“ teilte er mit: Die Verbände der Weinheimer Corps würden sich von ethnischen Fragestellungen distanzieren und ihren „Erfolgskurs von Weltoffenheit und Toleranz“ beibehalten. Als Beleg führte er an, dass der Stifterverein Alter Corpsstudenten in diesem Jahr sieben junge Wissenschaftler mit der Friedrich-von-Klinggräff-Medaille auszeichnete, darunter einen Doktoranden der Elektrotechnik aus Ägypten.

Weiter erklärte der Corps-Sprecher: „Verpönt sind bei den Corps politische Festlegungen und eine Auswahl der Mitglieder nach Herkunft, Religion oder anderen äußeren Merkmalen. Im Gegenteil: Der Anteil der Corpsstudenten mit Migrationshintergrund wächst ständig. Dazu kommen auch zunehmend Vertreter nicht-christlicher Religionen. Die Corps sehen sich in ihrem Toleranzprinzip bestätigt, weil sie feststellen, dass auf diese Weise hochtalentierte und leistungsfähige junge Männer als Mitglieder auf Lebenszeit gewonnen werden können.“ pro/-

Quelle: Weinheimer Nachrichten / Odenwälder Zeitung