„Farbe tragen heißt Farbe bekennen!“ – Plädoyer für ein corpsstudentisches Casino in Berlin

1. Historischer Hintergrund des Zitats

„Farbe tragen heißt Farbe bekennen!“ Diese Aufforderung erging am 12. März 19041 von Carl Rabl2, damals Rektor der Prager Universität, an die deutschen korporierten Studenten. Hintergrund waren die ständigen — auch körperlichen — Auseinandersetzungen zwischen deutschen und tschechischen Studenten. Besonders schlimm waren die Semestersonntage. Sonntags spätvormittags bummelten die deutschen Korporierten mit Band und Mütze über den Graben, die Prager Haupteinkaufsstraße und Flaniermeile. Weite Teile der tschechischen Bevölkerung empfanden dies als provokante Zurschaustellung deutsch-österreichischen Nationalismus. Im Frühjahr 1904 gab es fast allsonntäglich Beleidigungen, Steinwürfe aus dem Hinterhalt auf deutsche Studenten und Schlägereien; die Polizei musste regelmäßig einschreiten, um Schlimmeres zu verhindern. Als Deutsche überlegten, den Bummel einzustellen, ermunterte Rabl sie mit seinem zum geflügelten Wort gewordenen Ausruf zum Durchhalten3.

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Kaum Kontakte nach Polen

Am 30. Mai 2011 war in der Märkischen Oderzeitung und im Märkischen Markt folgende Kurzmeldung über das 190. Stiftungsfest des Corps Silesia zu lesen: Frankfurt (maema) Zum Festakt des 190. Stiftungsfestes der einzigen Studentenverbindung in Frankfurt, dem Corps Silesia Breslau zu Frankfurt an der Oder, fanden sich am Sonnabend Corps-Anhänger verschiedenster Generationen im Collegium Polonicum…

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