Hermann-Billing-Preis an zwei Mathematiker vergeben

Der Autor mit dem Kürzel me veröffentlichte folgenden Artikel in Badischen Neuesten Nachrichten:

DER HERMANN-BILLING-PREIS ging an David Hipp (Zweiter von links) und Rainer Mandel (Dritter von rechts). Mit im Bild Michael Obert, Corps-Mitglied Daniel Hensel, Arne Petersohn, Volker Saile and Christian Wieners (von links). Foto: Alabiso

DER HERMANN-BILLING-PREIS ging an David Hipp (Zweiter von links) und Rainer Mandel (Dritter von rechts). Mit im Bild Michael Obert, Corps-Mitglied Daniel Hensel, Arne Petersohn, Volker Saile and Christian Wieners (von links). Foto: Alabiso

me. Es hat eine gute Tradition, Preise für herausragende Leistungen nach Menschen zu benennen, die selbst herausragende Leistungen vollbracht haben. So ist das auch beim Hermann-Billing-Preis. Der nach dem Karlsruher Architekten benannte Preis wird seit 1985 alljährlich vom Corps Friso-Cheruskia in Karlsruhe gestiftet und an talentierte Nachwuchswissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) beziehungsweise früher der Universität Karlsruhe vergeben. Am Samstag war es wieder so weit: Der mit 3.000 Euro dotierte Preis ging an einen Absolventen und einen Doktoranden der Fakultät für Mathematik.

„Der KIT-Präsident bestimmt jedes Jahr die Fakultät, aus der die Preisträger kommen, und die Fakultäten legen fest, welche wissenschaftlichen Leistungen ausgezeichnet werden sollen“, erklärte Arne Petersohn, Leiter des Organisationsteams des Corps. Dieses Jahr bekamen David Hipp und Rainer Mandel jeweils 1.500 Euro.

Hipps Diplomarbeit mit dem Titel „A new exponential integrator applied to the diffusion equation on evolving domains“ und Mandels Doktorarbeit „Grundzustände, Verzweigungen und singuläre Lösungen nicht linearer Schrödingersysteme“ waren von den Fakultätsvertretern als „hervorragende Arbeiten“ eingestuft worden. „Wir haben in der Vergangenheit öfters den Werdegang einzelner Preisträger verfolgt und immer wieder festgestellt, dass sie ihren Weg gemacht haben“, so Petersohn. „Die Fakultäten haben also jeweils bei der Auswahl der Preisträger eine gute Wahl getroffen.“ Für Petersohn ist es eine Selbstverständlichkeit, dass das Corps, welches derzeitige und ehemalige Studenten aller Generationen der Karlsruher Hochschulen in einem Freundschaftsbund verbindet, alljährlich den Preis stiftet: „Mit der Preisverleihung unterstreichen wir unsere Verbundenheit zum KIT und tragen unseren Teil zur Unterstützung talentierter Nachwuchswissenschaftler bei“, meinte er.

„Solche Preise sind wichtig für die Nachwuchsförderung“, stellte auch KIT-Präsidiumsmitglied Volker Saile fest. Das KIT stehe in erster Linie für die Natur- und Ingenieurswissenschaften und dabei spiele die Mathematik eine zentrale Rolle, denn „die Mathematikausbildung ist die Grundlage für fast alle Fächer“, sagte er. „Daher hat die Fakultät es verdient, bei dieser Preisverleihung gewürdigt zu werden“, führte Saile weiter aus.

Dem Dekan der Fakultät für Mathematik, Christian Wieners, fiel die Aufgabe zu, diese vorzustellen. „Wir haben über 1.000 Studierende, aber wir sind auch für die Mathematikausbildung von mehr als 5.000 Studierenden anderer Fächer zuständig“, erklärte er.

Rund 40 Professoren und Dozenten und etwa 70 Doktoranden kümmerten sich in den vier Instituten Algebra und Geometrie, Analysis, Angewandte und Numerische Mathematik sowie Stochastik um diese Ausbildung. Wieners betonte, dass die Mathematik in vielen Lebensbereichen eine große Rolle spiele und nannte als Beispiele, die Verschlüsselung am Computer, die Bewertung von Unternehmen oder die effiziente Gestaltung von Netzwerken. Als Vertreter der Stadt ging Bürgermeister Michael Obert in seinem Grußwort auch auf die Rolle Hermann Billings ein. Er sei ein bedeutender Jugendstilarchitekt gewesen, der unter anderem die Hof-Apotheke entworfen habe, ober auch das Verwaltungsgebäude der Oberpostdirektion. „Daran erkennt man, dass gute Architektur etwas mit Qualität zu tun hat, auch wenn der Geschmack sich ändert“, erklärte Obert, der damit einen Bogen zur Preisverleihung spannte, denn „auch hier geht es um Qualität“.

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Badischen Neuesten Nachrichten