Am 25. November 2013 veröffentlichte der Autor Daniel Sailer unter dem Titel „ZURÜCK IN DER ALPENFESTUNG“ einen Artikel. Hier die Stellungnahme, die der Vorsitzende des VAC, Herr Hartung, daraufhin u.a. auf Facebook veröffentlichte:

Viele Angehörige akademischer Corps in Österreich, Deutschland und der Schweiz haben mit Interesse Ihren Artikel „Zurück in der Alpenfestung“ gelesen. Als Erster Vorsitzender des Verbandes Alter Corpsstudenten e.V. (VAC) drängt es mich, zu diesem Beitrag Stellung zu nehmen.

Enttäuscht hat uns, dass in Ihrem Beitrag die verschiedenen Formen und Dachverbände von studentischen Korporationen kaum unterschieden werden. So heisst es wörtlich: „Die Akademiker der FPÖ waren bei der Deutschen Burschenschaft oder bei ähnlichen Vereinigungen – Landsmannschaften, Sänger-, Turnerschaften, Corps oder Pennalverbindungen.“

Schwer wiegt es, dass durch diese Art der Formulierung unterschwellig suggeriert wird, dass der Verband „Deutsche Burschenschaft“ (DB) der zentrale Verband der Studentenverbindungen sei. Es wird unterstellt, dass die Vorgänge in der DB die Vorgänge und Diskussionen in den studentischen Korporationen des deutschen Sprachraums insgesamt widerspiegeln. Es ist jedoch vielmehr so, dass die Burschenschaften der DB eine kleine Gruppe von knapp 10 % aller Verbindungsstudenten ausmachen, deren Auffassungen bei den meisten Studentenverbindungen, auch und insbesondere bei den meisten schlagenden Studentenverbindungen, Kopfschütteln bis Entsetzen verursachen.

Die Corps sind in dem Sinne traditionell unpolitisch, als dass sie als Körperschaft keine politische Aussage tätigen. Es ist allerdings jedem unserer Mitglieder freigestellt, sich politisch zu engagieren, soweit sich dieses Engagement im Rahmen der demokratischen Grundordnung unserer Gesellschaften bewegt. Ein Engagement in Parteien oder politischen Vereinigungen, die von der demokratischen Grundordnung nicht gedeckt sind oder diese gar bekämpfen, führt zum Ausschluss aus einem akademischen Corps.

In diesem Zusammenhang hat sich der VAC bereits im Jahre 2012 nachdrücklich und öffentlich von Bestrebungen in der DB distanziert, die das Verbot der Aufnahme von „Nicht-Deutschstämmigen“ zum Gegenstand hatten.

Der Dachverband der Corps sieht mit Interesse das wachsende Interesse der Medien an Studentenverbindungen. In Zeiten des Bologna-Prozesses stehen viele Veränderungen an und die Öffentlichkeit möchte über die Vorgänge im akademischen Leben Bescheid wissen. Wir unterstützen das und engagieren uns in der Medienarbeit.

Wir Corpsstudenten möchten Ihnen bei zukünftigen Artikeln gerne helfen, Ihren Lesern einen objektiven Überblick über die Aktivitäten und Diskussionen innerhalb der Studentenverbindungen des deutschen Sprachraums zu vermitteln. Wir setzen uns gern mit Ihnen in Verbindung und stellen Ihnen Interviewpartner. Wir können viel dazu erzählen, was moderne Studentenverbindungen mit über 200 Jahren Erfahrung und ausgebauter Infrastruktur heutigen Studenten und heutigen Universitäten bieten können.

Wir freuen uns auf den Austausch.

Alexander Hartung
Erster Vorsitzender des Verbandes Alter Corpsstudenten e.V.

Quelle: Verband Alter Corpsstudenten e.V. auf Facebook