Am 29.01.2010 veröffentlichte die Wormser Zeitung folgende Artikel des Autors Felix Zillien:

WORMS. Die „Altherren-Vereinigung von Corpsstudenten (AHSC)“, die vor 120 Jahren in Worms gegründet wurde, widmete sich bei ihrem jüngsten Treffen der – Frage: „Bedroht die Islamische Republik Iran den Weltfrieden?“ Dr. Philipp Fabry, der als Deutsch- und Geschichtslehrer am Wormser Gauß-Gymnasium wirkte und nach der Leitung des Gymnasiums in Dudweiler ab 1975 acht Jahre lang als Direktor der Deutschen Schule in Teheran tätig war, ging dieser Frage in einem spannenden Vortrag nach. Er erlebte 1979 die Wandlung Persiens vorn westlichen Absolutismus des Schah-Regimes zur theokratischen Verfassung des Ayatollah Khomeini und
damit den Kampf um die Westorientierung und die Rückkehr zur islamischen Orthodoxie.

Bereits 1983 schilderte er seine Erfahrungen im Buch „Zwischen Schah und Ayatollah – Ein Deutscher im Spannungsfeld der iranischen Revolution“. Fabry spannte einen weiten Bogen von der Geographie,
Geschichte und Völkerkunde des Irans bis hin zur gegenwärtigen Situation. In den 1990er Jahren bereiste Philipp Fabry mehrmals den Iran, wobei er intime Kenntnisse von Land und Leuten mit ihren sozialen Problemen sammelte. Teheran ist das Zentrum politischer, geistlicher, kultureller und wirtschaftlicher Macht. Präsi-
dent Ahmadinejad habe hier als Oberbürgermeister gute Arbeit zur Verbesserung der Infrastruktur geleistet, was ein wesentlicher Grund für seinen Wahlerfolg gewesen sei. Aber die Armut sei auch hier das große Problem. Da komme der Atomkonflikt den Machthabern gerade recht, lenke er doch von der innenpolitischen Misere ab. Dabei stelle sich die Frage, ob das Land wirklich den Weltfrieden bedrohe. „Das Land würde im Falle eines atomaren Erstschlags Minuten später im atomaren Feuer strategischer Bomben der USA und Israels verglühen“, ist sich Fabry sicher. Unberechenbar in diesem Poker sei die US-Regierung, die im Irakkrieg gezeigt habe, dass Analysen nicht ihre Stärken sind. „Ein militärischer Angriff auf Iran wäre der größtmögliche ‚Gau‘ mit verheerenden Folgen – nicht nur für den Mittleren Osten, sondern für uns alle“, so sein Fazit.

Quelle: Wormser Zeitung

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