Frau Angelika Munteanu veröffentlichte am 03.07.2012 folgenden Artikel in der OTZ Ostthüringer Zeitung:

Nachfahren der Herrschaft des einstigen Rittergutes schließen in der Patronatskirche den Bund fürs Leben. Die Kirchgemeinde und Dorfbewohner bereiteten das Fest vor und feierten mit.

Trau Gottesdienst zur Ritter Hochzeit von Burkhard von Creytz und Katharina Kuhn in der Patronatskirche des ehemaligen Rittergutes Gauern im Landkreis Greiz zwischen Ronneburg und Seelingstädt

Trau Gottesdienst zur Ritter Hochzeit von Burkhard von Creytz und Katharina Kuhn in der Patronatskirche des ehemaligen Rittergutes Gauern im Landkreis Greiz zwischen Ronneburg und Seelingstädt

Gauern. Als seine Großmutter aus der Besitzerfamilie des einstigen Rittergutes Gauern ihren 89. Geburtstag in der dortigen Dorfkirche feierte, habe Burkhard von Creytz gesagt: „Die Kirche ist so wunderschön, hier möchte ich einmal heiraten.“ Damals war der Adelsspross zwölf Jahre alt. Am Sonnabend hat der nun 28-Jährige sein Vorhaben von einst wahr gemacht.

Nach der standesamtlichen Heirat am Freitag schlossen die in München lebenden Burkhard von Creytz und seine Katharina Kuhn vor dem Traualter in der Patronatskirche des einstigen Rittergutes den Bund fürs Leben. Für die Kirchgemeinde und die Bewohner von Gauern und den Nachbardörfern war die Adelshochzeit ein Fest. „Die Familie Creytz war stets eng verbunden mit der Kirche, neben der gleich das Schloss des Gutes stand“, erzählte Pfarrer Johannes Dittrich, der das junge Paar getraut hat. Eine Traubibel und eine Traukerze, ein verzierter Stumpen mit zwei Dochten „als Symbol dafür, dass Sie nun eins sind“, überreichte Pfarrer Dittrich im Namen der Kirchgemeinde dem Hochzeitspaar.

Die Kirchgemeinde hatte die mit biblischen Bildern ohnehin reich ausgestattete Kirche des einstigen Rittergutes prächtig geschmückt. Birkengrün mit Bändern empfing am Eingang zum Gotteshaus die Brautleute und die Hochzeitsgesellschaft. Ehe die Kirchenglocken zur Trauung riefen, spielte der Posaunenchor Linda im Kirchhof. In der Kirche zierten rote Rosen mit weißen Tüllschleifen die Bänke und Rosensträuße den Altar unter dem allsehenden Auge Gottes, einem der Symbole der Tempelritter.

Traditionsbewusst war nach dem Ja-Wort der Auszug der Hochzeitsgesellschaft aus der Kirche. Freunde des Brautpaares aus den Studentencorps Franconia zu Tübingen und Suevia Freiburg bildeten mit gekreuzten Degen das Spalier am Ausgang. „Wir danken der Kirchgemeinde und dem Posaunenchor dafür, dass sie die Hochzeit ausgestaltet haben“, sagte der Vater des Bräutigams, Eckhard von Creytz auf dem Empfang im Kirchhof. Herein gebeten wurden auch die Zaungäste. Die Welt hatte sich in Gauern für kurze Zeit versammelt. Unter den Gästen Verwandte und Freunde aus Moskau, Petersburg, Prag, Zürich. Gekommen war auch eine Tochter des letzten Besitzers des Rittergutes Gauern, Johanna Kröber. Das Schloss wurde nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen. Später auch zwei Drittel des Dorfes mit der Ausdehnung des Wismut-Bergbaus. „Aber es ist schön hier“, strahlte die Braut, die russische Wurzeln hat. „Warum nicht?“, meinte sie schmunzelnd auf die Frage, ob ihre künftigen Kinder in Gauern getauft werden. „Die Familie braucht Zuwachs“, pflichtete Schwiegermutter Heide von Creytz bei.

Quelle: Ostthüringer Zeitung

Die Redaktion von corpsstudenten.EU gratuliert herzlich und wünscht dem Brautpaar alles erdenklich Gute für die gemeinsame Zukunft.