Nicht jede Studentenverbindung ist eine Burschenschaft

Am 27. Oktober 2013 wurde folgender Artikel in der Gießener Zeitung veröffentlicht:

Gießen | Nicht jede Studentenverbindung ist eine Burschenschaft

CorpsstudentenEU_Geo_GiessensisIm allgemeinen Sprachgebrauch wird oft für jede Studentenverbindung der Begriff „Burschenschaft“ verwendet. Dies ist nicht nur falsch, sondern wird auch in internen Kreisen nicht gerne gehört. Wir möchten mit diesem Artikel versuchen, etwas Licht in das Dunkel zu bringen.

Zu Beginn des Vormärz gründete sich 1815 die „Urburschenschaft“ in Jena mit dem Ziel alle Studenten in einer Organisation zu einen und eine gemeinsame Nation zu errichten (denn zu diesem Zeitpunkt gab es noch kein Deutschland). Im Laufe der Zeit zersplitterte jedoch diese Gruppierung und nach und nach entstanden neue Organisationsformen des studentischen Lebens. Neben den bereits vorher existierenden Landsmannschaften und Corps bestanden weiterhin die Burschenschaften und es kamen Turnerschaften, Sängerschaften, ja gar nautische Verbindungen und Verbindungen mit den unterschiedlichsten Prinzipien dazu. Verbindungen ähnlicher Gesinnung schlossen sich teilweise zu Kartellen und Dachverbänden zusammen, die gemeinsam das „Schlagen“ (das studentische Fechten), das Konfessionelle, das Politische, das Akademische, die Leibesstärke, die Sangeskunst, die Jagd usw. ausübten. Das Spektrum ist so groß, dass man nicht vereinfacht sagen kann, wer wofür steht und wer wie politisch ausgerichtet ist. Selbst Kuriositäten wie schlagende Sängerschaften sind bekannt. Siehe hierzu unser Buchtipp „Männer-WG mit Trinkzwang“ von Karsten Hohage, der in einer fakultativ schlagenden (also einer nicht pflichtschlagenden) Sängerschaft das Studium durchlebte.

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120 Jahre Weinheimer Studentencorps

Von Redakteur der Saarbrücker Zeitung, Herr Peter Wagner, berichtete in selbiger Zeitung am 25. Oktober 2013 folgendes:

Große Feier mit vielen Gästen im Saarbrücker Casino am Staden

Anlässlich des 120. Geburtstags der Weinheimer Vereinigung Alter Corpsstudenten (öWVAC) zu Saarbrücken wurde im Casino am Staden groß gefeiert. Zum Jubiläum nahmen die Gäste teilweise lange Anfahrten auf sich.

Saarbrücken, Die „örtliche Weinheimer Vereinigung Alter Corpsstudenten“ (öWVAC) zu Saarbrücken hat in froher und großer Runde im Casino am Staden ihren 120. Geburtstag gefeiert. Kommersleiter Rolf Gerling (Bous) durfte 75 Gäste begrüßen, darunter nicht nur viele der 40 Mitglieder, sondern auch Freunde, die teilweise hunderte Kilometer fuhren, um das Ereignis nicht zu versäumen. Gerling betonte in seiner „Vaterlandsrede“ die Bedeutung von Gedankenfreiheit, Menschenwürde, Menschenrechten und aktiver Teilnahme an Demokratie. Die Festrede über die evangelische Kirchengeschichte der Saargegend hielt Pfarrer Professor Joachim Conrad (Püttlingen).

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Im Fuchsbau

Jan Sternberg veröffentlichte am 5.10.2013 folgenden Artikel in der Beilage „Der 7. Tag“ der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Der Artikel ist mit Fotos von Alexander Korner ergänzt.

Bierexzesse, Seilschaften, Nationalismus und Schmisse: Studentenverbindungen haben keinen guten Ruf. Dabei ist die Szene sehr unterschiedlich — und tief gespalten. Wie lebt es sich im Verbindungshaus? Ein WG-Besuch.

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Die tiefen roten Ledersessel erinnern an einen englischen Club, an den Wänden des Corpshauses prangen Geweihe, Säbel und Reichskanzler Otto von Bismarck in Öl. Im Treppenhaus hängt eine schwarz-weiß-rote Fahne. Im trutzigen Haus der Studentenverbindung Saxonia in Hannovers Nordstadt, erbaut 1911, scheint das Kaiserreich noch zu leben. Nicht überall indes: Im holzgetafelten Ballsaal glitzert eine Diskokugel unterm Kronleuchter.

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