Der Mann, der zuviel kann

Der Autor Peter Buerger veröffentlichte in der Wochenzeitung DIE ZEIT am 16.11.2006 folgenden Artikel:

Wolfsburg zeigt die erste große Retrospektive des berühmten Malers Neo Rauch. Sein Frühwerk ist beeindruckend doch die jüngeren Traumbilder verlieren sich in privaten Anspielungen

Ein Bild stellt nichts dar, soll zunächst nichts darstellen als Farben. Ich hasse all diese Geschichten, diese Psychologie, dieses Getue. Paul Cézanne war wirklich kein Freund der literarischen Malerei, und damit war er nicht allein. Die heftige Ablehnung jeder Art von malerischer Erzählkunst wurde in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg sogar zum Dogma der bildkünstlerischen Moderne. Noch Adorno hielt eine Rückkehr zur gegenständlichen Malerei für kategorisch ausgeschlossen. Heute hingegen besteht ein breiter Konsens darüber, dass der Künstler sich frei entscheiden kann, ob er ungegenständlich oder figurativ arbeiten will. Gerade in der Vielzahl möglicher Wege liegt aber auch das Problem.

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