Die Wormser Zeitung veröffentlichte anlässlich der Feiern „125 Jahre AHSC zu Worms“ folgenden Artikel. Die Autorin / der Autor ist leider unbekannt.

Der „Alte Herren Senioren Convent“ 1890 in Worms gegründet

Der „Alte Herren Senioren Convent“ ist hier bei einer Weihnachtsfeier 1913 zu sehen, bei der auch Damen dabei sein durften. Foto: AHSC/Repro; pa/Ben Pakalski

Der „Alte Herren Senioren Convent“ ist hier bei einer Weihnachtsfeier 1913 zu sehen, bei der auch Damen dabei sein durften. Foto: AHSC/Repro; pa/Ben Pakalski

WORMS – (red). Der „Alte Herren Senioren Convent“ (AHSC), die Vereinigung Alter Herren Studentischer Corps aus verschiedenen Universitätsstädten, wurde in Worms am 5. September 1890 gegründet, besteht jetzt also 125 Jahre. Eine Abschrift des Briefes vom 24. September 1890, der dies dem Kösener Verband Alter Corpsstudenten in Berlin mitteilte, befindet sich im Institut für Hochschulkunde in Würzburg, hat Til Schrecker herausgefunden. Der pensionierte Gymnasiallehrer ist Familienforscher und Ehrenmitglied bei den „Alten Herren“.

„Zur Zeit der Gründung war der Corpsstudent Wilhelm Küchler Oberbürgermeister der Stadt. Viele Ärzte und Juristen, auch Offiziere der Wormser Garnison gehörten zu den Gründungsmitgliedern. Den Vorsitz der AHSC Vereinigung übernahmen in den ersten Jahrzehnten die Lederindustriellen Fritz Dörr und Cornelius Freiherr von Heyl“, berichtet Schrecker aus Anlass des 125-jährigen Bestehens.

Die Herren trafen sich zu Stammtischrunden im Hotel „Reichskrone“. Mit Damen fanden musikalisch umrahmte Weihnachtsfeiern im Kasino in der Hardtgasse statt und im Sommer Rheinfahrten oder andere Ausflüge.

Als Reichspräsident von Hindenburg am 19. Juli 1930 das von französischer Besatzung befreite Rheinland besuchte und auf einem Dampfer von Ludwigshafen nach Mainz fuhr, begrüßten ihn beim Halt in Worms drei Mitglieder des AHSC: Oberbürgermeister Rahn, Kreisrat Schön und Pfarrer Bernbeck.

Zahlreiche Corpsstudenten wirkten an prominenter Stelle am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Leben der Stadt mit. Von März 1939 bis April 1949 gab es kriegsbedingt keine Zusammenkünfte. Apotheker Rudi Schwarz bewahrte das AHSC-Anwesenheitsbuch auf und lud dann zur Fortführung der Stammtische in die „Domschänke“ ein.

1959 schlossen sich die bisher gesondert tagenden Corpsstudenten des Weinheimer Verbandes (TH Absolventen) mit denen des Kösener Verbandes (Universitätsabgänger) zusammen. Drei Neuerungen führte 1971 der junge Vorsitzende, Apotheker Joachim Pohl, ein: Fast alle Veranstaltungen in Zukunft mit Damen, so Vorträge bei den Stammtischen, Kegelabende. In späteren Jahren erhielten Fahrten zu Ausstellungen und Freilichtaufführungen mehr Gewicht.

Zum Kommers anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Wormser AHSC 1990, geleitet von Prof. Dr. Friedrich Klapp, kamen zahlreiche Gratulanten benachbarter AHSC-Vereinigungen und anderer studentischen Verbände in den Saal der katholischen Kirchengemeinde Herrnsheim.

Seit 1990 blieben die Vorsitzenden nur ein Jahr im Amt. Dies brachte vielfältigere Anregungen für die Programmgestaltung mit sich. Interessante Vorträge und Besichtigungen mit der Pflege der Geselligkeit zu verbinden, erwies sich als Rezept, um eine attraktive Gemeinschaft zu bleiben. Etliche im Umland wohnende Corpsstudenten kamen als Gäste und wurden dann Mitglieder. Neu nach Worms Gezogenen erleichterte der Freundeskreis die Eingewöhnung.

Der Wormser AHSC unterstützt finanziell den Stifterverein Alter Corpsstudenten, der jährlich einige junge Corpsstudenten für hervorragende akademische Leistungen und beispielhaften Einsatz in ihrer Studentenverbindung mit einer Medaille und einem Geldpreis auszeichnet.

DOKUMENTATION

Die monatlichen Zusammenkünfte des AHSC finden meistens im „Wehrhof“ in Pfeddersheim statt.

Die Geschichte des Wormser AHSC ist ab 1900 gut dokumentiert. In sechs Anwesenheitsbüchern sind die Teilnehmer an den Veranstaltungen vermerkt. Diese Bücher und sonstige Unterlagen werden im Wormser Stadtarchiv als Leihgabe aufbewahrt.

Quelle: Wormser Zeitung